Musk: Tesla würde Bitcoin mit grünerem Mining wieder akzeptieren

Elon Musk wehrt sich auf Twitter gegen Kritik, er würde Kryptomärkte manipulieren, und fände einen sauberer erschürften Bitcoin für Tesla akzeptabel.

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(Bild: Shutterstock)

Von
  • Axel Kannenberg

Elektroauto-Hersteller Tesla könnte die Akzeptanz der Kryptowährung Bitcoin durchaus wieder aufnehmen, stellte Chef Elon Musk in einem Tweet in Aussicht. Bedingung dafür sei aber, dass mindestens 50 Prozent des fürs Mining verbrauchten Stroms aus "sauberen" Quellen stammten. Tesla hatte zunächst im März bekannt gegeben, Bitcoinzahlungen zu akzeptieren, das im Mai wegen Umweltbedenken aber wieder zurückgenommen. Das Bitcoin-Mining steht schon seit Längerem wegen seiner Klimabilanz in der Kritik, weil Miner Schätzungen zufolge oft auf billigen Kohlestrom zurückgreifen.

Ebenfalls verwahrte sich Musk in seinem Tweet auch gegen Vorwürfe, er würde die Kryptogeldmärkte mit seinem Verhalten manipulieren. Einen Artikel der Seite Cointelegraph, in dem Äußerungen der südafrikanischen Unternehmerin und Milliardärin Magda Wierzycka gegen Musk wiedergegeben werden, wies er als "unzutreffend" zurück. Wierzycka erklärte in einem Interview, dass Musk mit seinen Social-Media-Botschaften den Preis für Bitcoin hochgetrieben habe, damit Tesla einen Teil seines Krypto-Investments gewinnbringend verkaufen könne. Hätte es sich um die Aktie eines Unternehmens gehandelt, wäre er längst von der US-Börsenaufsicht SEC ins Visier genommen und bestraft worden, so Wierzycka.

Musk erklärte dagegen, Tesla habe 10 Prozent seines Bitcoinguthabens abgestoßen. Es sei lediglich darum gegangen, zu belegen, dass sich Bitcoin einfach zu Geld machen lasse, ohne den Markt damit zu bewegen. Insgesamt hat Tesla in Bitcoins für 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) gekauft, wie im März bekannt wurde. Im ersten Geschäftsquartal 2021 hatte das Unternehmen bereits wieder Bitcoins im Wert von fast 300 Millionen Dollar verkauft und daran nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Dollar verdient – fast ein Viertel von Teslas Gewinn in dem Quartal.

Ob es nun Kausalität oder doch nur Korrelation ist – die Kurse an den Kryptomärkten legten nach Musks Tweet jedenfalls wieder zu. Insbesondere der Bitcoin konnte nach zuletzt durchwachsener Preisentwicklung um rund 10 Prozent dazugewinnen und liegt zur Stunde bei über 39.000 US-Dollar.

Abgesehen von Musks Tweets könnte die Märkte aber auch die Nachricht beflügelt haben, dass im Bitcoin-Netzwerk ausreichend Zustimmung für das lang erwartete Tap-Root-Update signalisiert wurde. Das als Soft-Fork mit älteren Clients kompatible Update soll nun Mitte November aktiv werden, mit Erreichen des Blocks 709.632. Veränderte Transaktionsskripte sowie die Einführung von Schnorr-Signaturen sollen dabei die Wahrung der Privatsphäre beim Bitcoin verbessern und komplexere Smart Contracts einfacher umsetzbar machen.

(axk)