Elon Musk vs. Apple: App-Store-Gebühren "globale Internet-Steuer"

Der Tesla-Chef zieht erneut gegen Apple zu Felde – diesmal per Twitter. Dass er Apple-Chef werden wollte, verneinte er.

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(Bild: Steve Jurvetson / cc-by-2.0)

Von
  • Ben Schwan

Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk hat Apple zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit öffentlicht kritisiert. Außerdem stellte er einen Bericht klar, laut dem er selbst vorgehabt habe, Apple-CEO zu werden.

Auf Twitter schrieb Musk am Freitag, Apples App-Store-Gebühren seien "tatsächlich eine globale Steuer auf das Internet". Epic Games, das sich aktuell mit Apple in einem weltweit ausgetragenen Rechtsstreit zu Apples angebliches App-Store-Monopol befindet, habe "Recht", meint Musk.

Die neuerliche Aussage des Tesla-Chefs auf Twitter deckt sich mit ähnlichen Angaben, die Musk erst vor wenigen Tagen auf einer Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen des E-Auto-Herstellers gemacht hatte. Im Zusammenhang mit dem Ausbau des eigenen Ladenetzwerks hatte er gesagt, es gehe Tesla nicht darum, einen "ummauerten Garten" ("Walled Garden") zu schaffen und diesen dann zu verwenden, um den Konkurrenten eins überzubraten, "was manche Firmen tun". Musk setzte dann zu einem falschen Huster an und sagte: "Apple".

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Es ist unklar, welche Strategie Musk mit seinen Aussagen verfolgt – Tesla selbst ist von den App-Store-Gebühren eigentlich nicht betroffen, da der Konzern ein direktes Kundenverhältnis hat und Einnahmen für Services unter Umgehung des App Store einzieht. Dennoch würde es dem Unternehmen sicherlich helfen, wenn es seine Autodienste auch direkt über Apples Plattform anbieten könnte – wozu dann aber die bekannten 30 Prozent Provision an Apple fällig würden.

Eine weitere Fragestellung rund um Apple beschäftigte Musk zuletzt ebenfalls. In einem neuen Buch zum Thema Tesla ("Power Play") heißt es, Apple habe versucht, Tesla zu übernehmen, dies habe aber auch deshalb nicht geklappt, weil Musk Apple-CEO werden wollte. Das wiederum habe Konzernchef Tim Cook mit drastischen Worten abgelehnt und "aufgelegt". Musk hatte selbst mitgeteilt, es habe ein Gespräch mit Cook gegeben, ob Apple Tesla kaufen wolle. Cook habe ein Treffen aber abgelehnt. Es soll laut dem Buch aber besagten Anruf gegeben haben.

Musk selbst reagierte in einem Tweet. Das Buch sei "sowohl falsch als auch langweilig". In einem zweiten Tweet verneinte er, jemals mit Cook gesprochen oder mit ihm geschrieben zu haben, was seine alte Aussage in Zweifel zog. Musk stellte klar, er habe aber um besagtes Gespräch mit Cook gebeten, in dem es um einen Kauf von Tesla gegangen sei. "Es gab aber keine Bedingungen für einen Kauf irgendeiner Art." Tesla habe damals sechs Prozent seines aktuellen Wertes gehabt. (bsc)