Musks Twitter-Übernahme: Neue Finanzierung wohl pausiert

Elon Musk will seinen Bargeldbeitrag an der Twitter-Übernahme weiter reduzieren. Gespräche mit Kapitalbeteiligungsgesellschaften sollen abgebrochen worden sein.

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(Bild: Rokas Tenys/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Gespräche zu einer neuen Finanzierung, die Tesla-Chef Elon Musk zur Reduzierung seines Bargeldbeitrages an dem milliardenschweren Deal begrenzen sollten, sind wohl abgebrochen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Rund 44 Milliarden US-Dollar, etwa 41,2 Milliarden Euro, kostet Musk die Übernahme von Twitter. Er selbst muss nach bisheriger Planung davon etwa 33,5 Milliarden Dollar in bar aufbringen. Der Rest erfolgt fremdfinanziert. Wie Reuters auf Grundlage mit der Angelegenheit vertrauter Quellen berichtet, sollen Gespräche mit einer Gruppe privater Kapitalbeteiligungsgesellschaften abgebrochen worden sein, die von Apollo Global Management angeführt worden waren.

Der Grund für den Gesprächsabbruch seien die Unsicherheiten rund um die Transaktion gewesen, heißt es im Bericht von Reuters. Musk und Twitter liegen derzeit im Clinch über die vereinbarten Bedingungen für die Übernahme. Musk forderte zuletzt von Twitter genaue Daten zu Spam- und Fake-Nutzerkonten, bevor der Deal zum vereinbarten Preis von 54,20 Dollar pro Aktie abgeschlossen werden könne. Es müsse sichergestellt sein, dass der Anteil dieser Konten nicht zu hoch sei. Musk behielt sich auch vor, den Deal abzubrechen, da Twitter seinen Verpflichtungen nicht nachkomme.

Den Quellen von Reuters zufolge ging es in dem Gespräch mit den Kapitalbeteiligungsgesellschaften darum, mit der neuen Finanzierung zwischen 2 Milliarden Dollar und 3 Milliarden Dollar zu erhalten, um den Bargeldanteil von Musk weiter zu reduzieren. Derzeit sei unklar, wie viel Bargeld Musk tatsächlich zur Verfügung stehe. Reuters führt aus, dass seine Liquidität trotz seines geschätzten Vermögens in Höhe von etwa 218 Milliarden Dollar begrenzt sei, weil ein Großteil davon an Tesla-Aktien gebunden ist. Nach Angaben von Reuters sollen die Gespräche so lange "auf Eis" gelegt sein, bis Klarheit über die Twitter-Übernahme bestehe.

Um genügend Bares aufzubringen, hat Musk rund 8,5 Milliarden Dollar durch den Verkauf von Tesla-Aktien im April erlöst, weitere 7,1 Milliarden Dollar seien laut Reuters von einer Gruppe Co-Investoren beigesteuert worden. Das sollte Musks Anteil weiter verringern. Ein weiterer Versuch Musks, 12,5 Milliarden Dollar über ein riskantes Margin-Darlehen zu finanzieren, hatte er bereits im Mai aufgegeben.

(olb)