Mysteriöse Radioblitze: Erneut Muster bei Fast Radio Bursts gefunden

Was genau hinter den Fast Radio Bursts steckt, ist unklar. Zum zweiten Mal wurde bei solchen Signalen nun ein Muster gefunden. Das grenzt die Theorien ein.

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Die Analyse erfolgte mit dem Lovell-Teleskop.

(Bild: Mike Peel; Jodrell Bank Centre for Astrophysics, University of Manchester, CC BY-SA 4.0)

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Astronomen haben bei einer weiteren Quelle sich wiederholender Fast Radio Bursts (FRB) ein Muster gefunden. Der Zyklus von rund 90 aktiven Tagen, denen 67 ruhige Tage folgen, könnte dagegen sprechen, dass ein kreiselnder Neutronenstern hinter den mysteriösen Blitzen von FRB 121102 steckt, erklären Astronomen des Jodrell-Bank-Radioobservatoriums, die die Analyse geleitet haben. Die Entdeckung stelle auch deswegen einen weiteren wichtigen Hinweis auf den Ursprung der rätselhaften Signale dar, schreiben sie.

Fast Radio Bursts sind ein Himmelsphänomen, das erst seit wenigen Jahren bekannt ist. Ihr Ursprung ist unklar und es gibt Dutzende Theorien dazu – darunter auch jene, dass es sich um Spuren außerirdischer Raumschiffe handeln könnte. Die kurzen aber heftigen Strahlungsausbrüche dauern nur Millisekunden, sind aber so stark, dass sie noch in extremen Entfernungen nachweisbar sind. Die meisten wurden nur einmal registriert, es gibt aber auch immer mehr Beobachtungen sich wiederholender FRB. Mit FRB 180916.J0158+65 gibt es bereits eine periodische Quelle, hier wiederholen sich die Signale aber ungefähr alle 16 Tage.

Die FRB-Quelle 121102 war die erste, bei der sich wiederholende Ausbrüche beobachtet worden waren. 2016 war dann entdeckt worden, dass diese ihren Ursprung in einer Zwerggalaxie haben, die rund drei Milliarden Lichtjahre entfernt ist. Um in einer solch gigantischen Entfernung noch derart deutlich messbar zu sein, müssen die Strahlungsausbrüche extrem stark sein, hatten die Forscher geschlussfolgert. Das nun ermittelte periodische Muster der Wiederholungen von FRB 121102 könnte auf orbitale Bewegungen eines massiven Sterns oder eines Schwarzen Lochs zurückgehen, erklären die Astronomen. Die lange Dauer des Musters könnte einen Neutronenstern aber möglicherweise ausschließen, dafür sei das Magnetfeld zu stark.

Für ihre Analyse nutzten die Astronomen das Jodrell-Bank-Radioobservatorium der University of Manchester in England. Die Beobachtungskampagne mit dem dortigen Lovell-Teleskop dauerte fünf Jahre und basierte auf der Möglichkeit, die Quelle regelmäßig ins Visier zu nehmen: "Nicht-Nachweise waren genauso wichtig wie Nachweise", erklärt der südafrikanische Astronom Benjamin Stappers. Einmal mehr werde durch die Studie deutlich, wie wenig wir über die Fast Radio Bursts wissen, ergänzt Duncan Lorimer. Veröffentlicht wurde die wissenschaftliche Arbeit in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society.

(mho)