NAS-Festplatten: Synology führt WD-Red-HDDs mit SMR jetzt als inkompatibel

Wies Synology kürzlich noch eine eingeschränkte Kompatibilität für HDDs mit SMR-Technik aus, verbannt der NAS-Hersteller entsprechende Modelle nun.

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(Bild: c't)

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Netzwerkspeicherhersteller Synology ändert seine Produktpolitik im Umgang mit Festplatten, die Shingled Magnetic Recording (SMR) verwenden. Entsprechende Modelle von Western Digital (WD) führt Synology in seiner Kompatibilitätsliste nicht mehr als kompatibel zu seinen NAS-Gehäusen, garantiert also keinen reibungslosen Betrieb.

Bei SMR überlappen sich die Datenspuren ähnlich wie Dachschindeln, um die Datendichte zu erhöhen, was bei wiederholten Schreibvorgängen jedoch zu Leistungseinbußen führt. SMR-Laufwerke sind beim Lesen sowie beim erstmaligen Schreiben sequenzieller Daten genauso flott wie CMR-Laufwerke mit Conventional Magnetic Recording. Beim erneuten Schreiben müssen SMR-Scheiben jedoch zunächst eine komplette SMR-Zone einlesen, diese Daten verändern und dann wieder schreiben. Diese Verzögerung kann in NAS-Umgebungen beim Wiederherstellen (Rebuild) von RAID-Verbünden zu Fehlern führen, zum Beispiel beim Ersetzen defekter Festplatten.

Western Digital hatte den Einsatz von SMR-Technik bei einigen seiner WD-Red-Modellen verschwiegen, obwohl der Hersteller diese Serie explizit für den Einsatz in NAS- und RAID-Konfigurationen empfiehlt. Synology vermerkte zunächst Einschränkungen beim Betrieb betroffener WD-Red-Festplatten, führte sie aber grundsätzlich weiter als kompatibel auf. Der Webseite Computerbase ist nun aufgefallen, dass der Hersteller die Angabe geändert hat: Die Support-Seite führt alle WD-Red-HDDs mit SMR-Technik als inkompatibel auf, darunter die WD Red 6 TByte (WD60EFAX).

Synology garantiert keinen reibungslosen Betrieb mit SMR-HDDs von Western Digital mehr.

(Bild: Synology)

Seit Bekanntwerden der SMR-Nutzung haben auch die beiden anderen Festplattenhersteller Seagate und Toshiba eingeräumt, den Einsatz von SMR bei bestimmten Desktop- und Notebook-HDDs nicht angegeben zu haben. Im Falle von Seagate nennt Synology eine eingeschränkte Kompatibilität bei zwei von Dutzenden NAS-Systemen. Bei Toshibas alter L200-Serie mit SATA-3G-Schnittstelle hat Synology die Angabe offenbar noch nicht angepasst und listet die Unterstützung in zahlreichen Modellen auf. Andere SMR-Festplatten sind gar nicht enthalten. Weitere NAS-Hersteller wie Qnap und TerraMaster machen wie gehabt auf Einschränkungen mit SMR-HDDs aufmerksam, haben diese bisher aber nicht aus den Kompatibilitätslisten entfernt.

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(mma)