NASA: Bemannte Rückkehr zum Mond wegen Bezos-Klage erst 2025

Dass schon 2024 wieder Menschen auf dem Mond landen, war schon lange unwahrscheinlich. Nun hat die NASA den Termin gekippt und einen Sündenbock gefunden.

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So soll es in wenigen Jahren auf dem Mond aussehen.

(Bild: NASA)

Von
  • Martin Holland

Die NASA hat eingestanden, dass 2024 keine Menschen auf dem Mond landen werden und vor allem die jüngste Klage des Raumfahrtunternehmens Blue Origins dafür verantwortlich gemacht. Die erste Landung im sogenannten Artemis-Programm werde wahrscheinlich "nicht vor 2025" stattfinden, sagte NASA-Chef Bell Nelson auf einer Pressekonferenz anlässlich des beendeten Rechtsstreits. An dem zuvor anvisierten Termin im Jahr 2024 hatte es aber schon lange Zweifel gegeben und auch eine Verspätung von lediglich wenigen Monaten dürfte schwer zu halten sein. Am Donnerstag hatte der US-Bundesgerichtshof die Klage von Blue Origin gegen den NASA-Auftrag zur Entwicklung einer Mondlandefähre allein an SpaceX abgewiesen.

"Wir haben fast sieben Monate durch den Prozess verloren", sagte Nelson laut ArsTechnica, der die Schuld an der Verschiebung damit namentlich vor allem Blue Origin von Jeff Bezos zuschob. Er erwähnte aber auch nicht ausgeführte andere Gründe. Während des nun abgeschlossenen Rechtsstreits durfte die NASA demnach nicht mit SpaceX an der Mondlandefähre arbeiten oder auch nur mit den Verantwortlichen des Raumfahrtunternehmens darüber sprechen. Erst am Freitag habe er mit der SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell wieder über das Human Landing System (HLS) sprechen können. Auf beiden Seiten könne man es nicht erwarten, wieder zusammenzuarbeiten. Man werde jetzt einen neuen Zeitplan erstellen.

Zwar ist die Rückkehr zum Mond weiterhin auf der Mission Artemis-3 geplant, aber die NASA will noch eine unbemannte Landung des Systems zwischen die Testflüge schieben, erklärte Nelson. Die bestehen aus dem unbemannten Flug um den Mond bei Artemis-1 und einem bemannten Flug um den Erdtrabanten (Artemis-2). Erster soll kommenden Februar stattfinden, der zweite "nicht später als im Mai 2024". Sie sollen jeweils mit der NASA-Riesenrakete SLS (Space Launch System) gestartet werden und in einer Raumkapsel Orion stattfinden. Bei Artemis-3 sollen die Raumfahrenden demnach ebenfalls in einer Orion auf einer SLS starten, im Erdorbit dann aber in einem Starship von SpaceX zum Mond fliegen. Auch auf der Erde landen sollen sie dann wieder in einer Orion.

Die Riesenrakete SLS war erst vor wenigen Tagen vollständig zusammengesetzt worden. Eigentlich sollte Artemis-1 noch im November starten. Technische Probleme und die Corona-Lage rund um das NASA-Startzentrum im US-Bundesstaat Florida waren für die jüngste Verspätung verantwortlich gemacht worden. Dabei verzögert sich das gesamte Artemis-Programm seit Jahren und auch an dem aktuellen Zeitplan gibt es erhebliche Zweifel. So ist nun deutlich, dass die Rückkehr zum Mond ganz vom Erfolg des Starship-Programms abhängig ist. Die SpaceX-Rakete wird aber mit immenser Geschwindigkeit entwickelt. Außerdem ist das Programm von riesigen Kostensteigerungen geprägt und auch jetzt wurde deutlich, dass die NASA mehr Geld braucht, um die Pläne zu realisieren.

(mho)