NASA-Exoplanetenjäger TESS: Primärmission abgeschlossen, jetzt geht's weiter

Das Weltraumteleskop TESS der NASA hat schon mehrere Tausend potenzielle Exoplaneten entdeckt. Der Himmel ist einmal abgedeckt, nun geht's von vorne los.

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Künstlerische Darstellung von TESS

(Bild: NASA)

Von
  • Martin Holland

Das Weltraumteleskop TESS der NASA zur Suche nach Exoplaneten hat seine primäre Mission abgeschlossen und nun mit der erweiterten Mission begonnen. Wie die US-Weltraumagentur erklärt, hat der Transiting Exoplanet Survey Satellite in seinen ersten beiden aktiven Jahren bereits 66 Exoplaneten entdeckt sowie insgesamt 2100 Kandidaten, die noch verifiziert werden müssen. Insgesamt seien dabei rund 75 Prozent des Sternenhimmels abgedeckt worden. Für die erweiterte Mission sei die Vorgehensweise noch einmal deutlich verbessert worden und so könne TESS deutlich schneller arbeiten.

TESS-Panorama des südlichen Himmels

(Bild: NASA/MIT/TESS and Ethan Kruse (USRA))

Als Nachfolger des überaus erfolgreichen Kepler war TESS im April 2018 gestartet. Wenig später hatte es dann seine Arbeit aufgenommen. Anders als Kepler sucht TESS seitdem (fast) den gesamten Himmel ab und nicht nur einen eng definierten Teilbereich. Forscher erwarteten Tausende neue Exoplaneten und das Teleskop begann zu liefern. TESS nimmt jeweils mindestens 27 Tage lang eine 24° mal 96° große Himmelsregion ins Visier und prüft die Sterne darin auf periodische Verdunkelungen. Darüber findet sie vor allem Exoplaneten, die ihren Stern in wenigen Tagen umkreisen, viele davon deutlich enger als Keplers Exoplaneten. Teile der Regionen überlappen sich aber, dort kann TESS Exoplaneten mit längeren Umlaufzeiten entdecken.

(Quelle: NASA’s Goddard Space Flight Center)

Wie die NASA nun erklärt, widmete sich TESS in seinem ersten Missionsjahr den 13 Sektoren am südlichen Himmel, danach folgte die nördlichen. Nach dem Abschluss der Primärmission hat sich das Weltraumteleskop nun wieder gedreht und den Südhimmel in den Fokus genommen. Dank der Verbesserungen beim Speichern und Verarbeiten der dabei gesammelten Daten kann die Sonde nun alle 10 Minuten eine volle Aufnahme machen, das ist dreimal schneller als am Anfang. Diese neue Vorgehensweise werde für die gesamte erweiterte Mission beibehalten. Nach der zweiten Beobachtung des nördlichen und südlichen Sternenhimmels, soll TESS auch erstmals die Ekliptik ins Visier nehmen, die bislang noch nicht abgedeckt wurde.

Bei der NASA gibt man sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Mission. TESS liefere einen regelrechten Strom an qualitativ hochwertigen Daten für ganz verschiedene Wissenschaftsbereiche und insgesamt sei die Sonde ein immenser Erfolg, sagt Forschungsleiterin Patricia Boyd vom Goddard Space Flight Center der NASA. Zu den bereits verifizierten Funden gehören die drei Exoplaneten um den Stern GJ 357, von denen sich einer in der habitablen Zone befindet. Die Wissenschaftler hoffen noch auf jede Menge weiterer Funde, es sieht aber schon so aus, als würde der Kepler-Nachfolger seinem Vorgänger in nichts nachstehen.

Exoplanetenjäger TESS der NASA (8 Bilder)

Die Vorbereitung des Weltraumteleskops
(Bild: NASA)

(mho)