NASA: Komponente in Orion-Raumkapsel kaputt - Wechsel könnte ein Jahr dauern

Die Geschichte der Orion-Kapsel ist voll mit Verzögerungen, nun könnte eine weitere hinzukommen. Angeblich ist eine schwer zu erreichende Komponente kaputt.

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Das Orion-Raumschiff ist zusammengebaut.

(Bild: NASA / Radislav Sinyak)

Von
  • Martin Holland

Ingenieure der NASA haben ein Problem an der Orion-Raumkapsel gefunden, das möglicherweise monatelange Arbeiten zur Reparatur nötig macht und die Zeitpläne weiter torpedieren könnte. Das berichtet das US-Magazin The Verge unter Berufung auf interne Dokumente. Demnach ist eine wichtige Komponente in einem der "Power and Data Units" (PDU) ausgefallen, die während eines Flugs grundlegende Funktionen auszuführen haben. Ausbau und Austausch der Komponente könnten insgesamt ein Jahr dauern, schreibt The Verge. Dabei soll eine unbemannte Orion-Kapsel im kommenden Jahr – nach mehreren Verschiebungen – eigentlich ins All fliegen.

Die Orion-Kapseln sind eine zentrale Basis der ambitionierten Pläne der NASA für die Weltraumflüge in den kommenden Jahren. Mit dem Orion Multi-Purpose Crew Vehicle sollen Astronauten eigentlich schon in zwei Jahren einen Flug um den Mond unternehmen, Mitte des Jahrzehnts sollen Raumfahrer damit zur Oberfläche des Mondes gebracht werden. Bis dahin soll außerdem eine Raumstation im Orbit des Erdtrabanten gebaut werden. Allein die Raumkapseln kosten die US-Weltraumagentur mehrere Milliarden US-Dollar. Sie werden mit europäischer Hilfe gebaut, die erste ist fertig und wartet eigentlich nur auf die zugehörige Riesenrakete SLS, die noch wichtige Tests absolvieren muss.

Wie The Verge nun erklärt, sollte diese Orion-Kapsel eigentlich Anfang Dezember auf dem Kennedy Space Center in Florida verlegt werden. Das sei nun aber in Gefahr, denn die ausgefallene Komponente im Crew-Modul sei nur schwer zu erreichen. Um sie auszuwechseln, müsste eigentlich die Crew-Kapsel vom europäischen Servicemodul getrennt werden. Inklusive des Zusammenbaus danach würde das aber bis zu neun Monate dauern, danach seien monatelange Tests nötig. Es gebe aber auch eine riskantere Möglichkeit des Zugriffs über Abdeckungen, die eigentlich nicht geöffnet werden dürften. Dieses Vorgehen würde wohl maximal vier Monate dauern, wenn es möglich ist. Möglich wäre es laut The Verge auch, die Komponente nicht anzurühren und für den Testflug auf die Redundanz zu verzichten.

Die NASA spricht in einem Blogeintrag lediglich von einem "Problem in einem redundanten Kanal". Von einer Gefahr, dass monatelange Reparaturarbeiten nötig werden könnten, ist da nichts zu lesen. Eigentlich sollte der erste Start der neuen Riesenrakete SLS (Space Launch System) mit einer Orion-Kapsel schon 2017 erfolgen, dann wurde er immer weiter verschoben. Grund waren anfangs Verzögerungen bei allen drei Komponenten, zuletzt bei der Rakete. Aktuell verspricht die NASA noch einen Start des inzwischen Artemis 1 getauften Flugs im kommenden Jahr. Die unbemannte Orion-Kapsel soll dabei zum Mond geschossen werden und diesen einmal umkreisen, bevor sie zurückkommt.

(mho)