NASA: Riesenrakete SLS bei "feuchter Generalprobe" komplett betankt

Die NASA hat den bislang wichtigsten Test ihrer Mondrakete am Montag fast abgeschlossen. Der Countdown wurde aber 20 Sekunden früher abgebrochen als vorgesehen.

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(Bild: NASA/Ben Smegelsky)

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  • Martin Holland

Die NASA hat den wichtigen Test der Mondrakete SLS am Montag 29 Sekunden vor dem Ende des Countdowns abgeschlossen – 20 Sekunden früher als geplant. Damit ist auch der insgesamt vierte Versuch nicht voll gelungen, aber erstmals ist die Rakete im Rahmen der "feuchten Generalprobe" komplett vollgetankt worden.

Erreicht habe man immerhin den finalen Teil des Countdowns, bei dem in rascher Abfolge viele sicherheitsrelevante Aktivitäten ablaufen, erklärt die NASA. Als Nächstes müssen nun die dabei gesammelten Daten ausgewertet werden, um festzustellen, ob die Rakete bereit ist für einen richtigen Start Richtung Mond.

Bei der sogenannten "feuchten Generalprobe" spielt die NASA das gesamte Prozedere durch, das vor einem echten Start einer Rakete nötig ist, hauptsächlich das Betanken mit Flüssigtreibstoff – daher der Name. Erst kurz vor dem nicht mehr umkehrbaren Zünden der Triebwerke wird abgebrochen. Ganz bis dahin kam die NASA jetzt nicht, trotzdem ist es deutlich besser gelaufen, als in den vorherigen Anläufen.

Gleich zu Beginn des bislang umfangreichsten Tests musste ein defektes Stickstoffventil an einer Ersatzleitung ausgewechselt werden. Diese wurde danach als Hauptleitung verwendet. Später entdeckten die Verantwortlichen ein Wasserstoffleck an einer Schnellkupplung, schreibt die NASA. Ein Erwärmen und Abkühlen des betroffenen Bauteils habe das Problem nicht gelöst.

Deshalb habe man die Datenverarbeitung angepasst, damit das Leck keinen Abbruch verursacht. So habe man so weit in den Countdown vordringen wollen wie möglich. Den habe man dann bei einer Restzeit von 10 Minuten wieder aufgenommen und mehrere sicherheitskritische Operationen ausführen können. Wie genau die NASA den Test bewertet, soll am heutigen Dienstag bekannt gegeben werden.

Das Space Launch System ist die Basis für die geplanten bemannten Flüge der NASA zum Mond – sie wird seit Jahren entwickelt. Lange wurde davon ausgegangen, dass sie bei ihrer Fertigstellung die stärkste Rakete der Geschichte sein würde. Der Platz könnte ihr aber streitig gemacht werden. SpaceX hat eine eigene Riesenrakete in einem Bruchteil der Zeit entwickelt und plant schon im Juli deren ersten Flug ins All.

Während ein Start der SLS mindestens 4,1 Milliarden US-Dollar kostet – was bei der NASA als "unhaltbar" gilt –, dürften Starts des Starships deutlich günstiger werden. Bei ihrem ersten Start soll die SLS die unbemannte Raumkapsel Orion zum Mond schießen, den die Raumkapsel dann mehrere Tage umkreisen soll. Wann das so weit ist, könnte nun klarer werden.

"Feuchte Generalprobe" der SLS (27 Bilder)

Die Riesenrakete im Montagegebäude
(Bild: NASA)

(mho)