NASA-Rover Curiosity: Seit zehn Erdenjahren auf dem Mars unterwegs

Nach "7 Minuten des Horrors" ist Curiosity vor genau zehn Jahren auf dem Mars gelandet. Dort hat der Rover seitdem nicht nur spannende Entdeckungen gemacht.

Lesezeit: 4 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 94 Beiträge
Mars-Panorama

Künstlerisch nachbearbeitetes Panorama von Curiosity

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Von
  • Martin Holland

Der NASA-Rover Curiosity ist seit genau 10 Jahren auf dem Mars unterwegs. In dieser Zeit hat das Gefährt nicht nur die Erforschung des und das Interesse am Roten Planeten neu belebt, sondern auch wichtige Informationen über dessen Geschichte geliefert.

Schon früh während seiner Erkundung des Berges Aeolis Mons im Krater Gale hat der Rover Spuren von einst lebensfreundlichen Bedingungen auf dem Mars gefunden, wo wohl flüssiges Wasser in Seen und Flüssen vorhanden war. Die eigentlich auf zwei Jahre angelegte Mission gilt deshalb schon lange als großer Erfolg. Zuletzt hat Curiositys Nachfolger Perseverance zwar für deutlich mehr Aufsehen gesorgt, aber Curiosity erforscht weiterhin unermüdlich seine Umgebung.

Poster zum Jahrestag

(Bild: NASA)

Seit seiner Landung auf dem Mars hat Curiosity über 28 Kilometer zurückgelegt und dabei 612 Höhenmeter erklommen, wie die NASA jetzt aufgeschlüsselt hat. Er hat dabei mehr als 494.000 Fotos aufgenommen und über 3.000 Gigabyte an Daten zur Erde geschickt. Mehr als vier Millionen Befehle wurden an den Rover geschickt, auf Basis der gesammelten Daten wurden bereits fast 900 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Die genau zehn Erdenjahre, die er dafür gebraucht hat, entsprechen 3554 Marstagen (Sol) oder fünf Marsjahren.

Curiositys Route auf dem Mars

(Bild: mars.nasa.gov)

Curiositys Mission ist im Frühjahr zum vierten Mal verlängert worden, ein Ende ist also nicht in Sicht. Trotzdem mache sich das Alter des Geräts immer mehr bemerkbar, erklärt der Planetologe Scott VanBommel. So sehe man auf jedem Foto der Räder, wie die immer stärker abgenutzt würden und für die Forschungsvorhaben stünde beständig weniger Energie zur Verfügung. Das sei nichts Neues, auch bei den kleinen Vorgängern Spirit und Opportunity habe man das beobachtet. Trotzdem hätten die durchgehalten und künftigen Missionen wie der von Curiosity den Weg bereitet.

Auf dem Mars hat das Mars Science Laboratory – so Curiositys offizielle Missionsbezeichnung – unter anderem Kieselsteine gefunden, die wohl einst einen Fluss entlang gespült wurden, der einige Dutzend Zentimeter tief war. Auch darüber hinaus hat der Rover einige Spuren dieser einstigen Fluss- und Seenlandschaft gefunden, erklärt die NASA. Darüber wird aber schon seit Jahren diskutiert, denn einige Funde widersprechen dem und deuten darauf hin, dass auf dem Mars nie flüssiges Wasser vorhanden sein konnte.

Curiosity hat aber auch Hinweise darauf gefunden, dass der Mars vor Milliarden Jahren passende chemische Voraussetzungen für Mikroben geboten hat. Grundbausteine für die Entwicklung von Leben seien vorhanden gewesen, heißt es weiter. Spuren möglicher Lebewesen hat Curiosity aber nicht gefunden.

Details aus Curiositys 2. Gigapixelpanorama (13 Bilder)

Ein Krater im Krater
(Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS)

Curiosity ist in den vergangenen Jahren auch zu einem Botschafter für die NASA geworden. Spätestens mit dem Rover hat es sich durchgesetzt, dass jede anständige Weltraummission einen Twitter-Account braucht, der aus der Ich-Perspektive des Forschungsgeräts informiert. Curiosity selbst hat inzwischen mehr als 4,3 Millionen Follower und liegt damit noch deutlich vor @NASAPersevere (drei Millionen). Für die NASA ist das aus mehreren Gründen wichtig: Die Raumfahrtbehörde soll nicht nur forschen, sondern den Menschen auch verständlich erklären, was sie macht. Ein Botschafter wie Curiosity könne außerdem dabei helfen, die Steuerausgaben zu rechtfertigen. Ferner hat Curiosity viel dazu beigetragen, das vor seiner Mission reichlich angekratzte Image der NASA aufzubessern.

Als Curiosity 2012 nach "sieben Horrorminuten" sicher auf dem Mars gelandet ist, war er dort nicht ganz allein. Zwar war die Verbindung zu dem deutlich kleineren Marsrover Spirit ein Jahr vorher abgebrochen, dessen Zwilling Opportunity hat aber noch bis 2018 durchgehalten. Inzwischen ist neben dem 2021 gelandeten Perseverance und dessen Helikopter Ingenuity auch der chinesische Rover Zhurong (祝融) auf dem Mars unterwegs. Mit Mars Odyssey, dem Mars Reconnaissance Orbiter, Maven (alle NASA), Mars Express, dem Trace Gas Orbiter (beide ESA), der Mars Orbiter Mission (Indien), der Emirates Mars Mission (Vereinigte Arabische Emirate) und Tianwen-1 (China) sind außerdem acht Orbiter im Einsatz. Die Mission des Mars-Landers Insight geht aktuell zu Ende.

NASA-Rover Curiosity auf dem Mars (25 Bilder)

Curiositys Blick auf die eigenen Spuren im Marssand
(Bild: NASA/JPL-Caltech)

(mho)