NASA-Sonde Osiris-Rex: Bennu nun einer der zwei gefährlichsten Asteroiden

In mehr als 150 Jahren kommt der Asteroid Bennu der Erde am nächsten und wird ihr damit am gefährlichsten. Das ergibt sich aus den bislang genauesten Bahndaten.

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Eine Mosaik von Bennu

(Bild: NASA/Goddard/University of Arizona)

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Astroid Bennu irgendwann zwischen heute und dem Jahr 2300 auf der Erde einschlägt, liegt der jüngsten Analyse zufolge bei etwa 0,057 Prozent – beziehungsweise 1 zu 1750. Zusammen mit 1950 DA gehört Bennu damit nun zu den zwei gefährlichsten bekannten Asteroiden. Das hat ein Team von Forschern und Forscherinnen unter anderem auf Basis der Daten errechnet, die die NASA-Sonde Osiris-Rex bei dem Besuch des Asteroiden gesammelt hat. Davor hatte die Gesamtwahrscheinlichkeit eines Einschlags bis zum Jahr 2200 noch bei etwa 0,037 Prozent gelegen, also insgesamt etwas niedriger. Genau diese Wahrscheinlichkeit hat ein Forschungsteam nun für einen Einschlag Bennus am 24. September 2182 errechnet.

Der tiefschwarze Asteroid Bennu, benannt nach einem altägyptischen Vogelgott, hat einen Durchmesser von rund 550 Metern und schon länger ist bekannt, dass er der Erde im nächsten und übernächsten Jahrhundert gefährlich nahe kommen wird. Auch deshalb hatte ihn die US-Weltraumagentur als Ziel für die Mission der Weltraumsonde Osiris-Rex ausgewählt, die im September 2016 gestartet wurde. Die Sonde erreichte Bennu 2018 und begann mit der Erforschung. Am 20. Oktober sammelte sie sogar eine Bodenprobe ein. Im Mai diesen Jahres hat Osiris-Rex den Asteroiden dann verlassen und sich auf den Rückweg zur Erde gemacht. Die Probe soll sie hier dann im September 2023 abliefern.

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Wie das Forschungsteam um Davide Farnocchia vom Jet Propulsion Laboratory der NASA nun im Fachmagazin Icarus erläutert, konnten sie anhand der metergenauen Positionsdaten von Osiris-Rex an dem Asteroiden dessen Bahn deutlich genauer vermessen und prognostizieren. Vor allem der nahe Vorbeiflug im Jahr 2135 konnte damit viel genauer vorhergesagt werden, auch wenn beispielsweise der sogenannte Jarkowski-Effekt weiterhin für Unsicherheiten sorgt. Der beschreibt den Einfluss der nicht gleichmäßigen Erwärmung der Asteroidenoberfläche durch die Sonne auf deren Flugbahn. 2135 wird Bennu demnach nicht so stark von der Erde abgelenkt, dass er auf einen Kollisionskurs mit der Erde gerät. Außerdem hat das Team demnach ermittelt, dass die Entnahme der Bodenprobe keinen Einfluss auf die Einschlagwahrscheinlichkeit hatte.

Die Daten zur weiteren Flugbahn von Bennu seien nun die genauesten, die es je zu einem Asteroiden gegeben habe, erläutern die Forscher und Forscherinnen noch. Auch wenn die ermittelten Wahrscheinlichkeiten gering seien, gehört Bennu nun zu den zwei gefährlichsten bekannten Asteroiden, ein Einschlag könnte verheerende Folgen haben. 1950 DA, der zweite so gefährliche Asteroid, wird der Erde erst 2880 so nahe kommen, dass eine Kollision nicht ausgeschlossen werden kann. Die Erforschung von Bennu geht derweil weiter, das Team verweist noch auf die gesammelten Proben, deren Analyse weitere Erkenntnisse zu dem Himmelskörper bringen werde.

(mho)