NASA bestätigt: Keine Mondlandung 2024

Aus Budgetgründen wird aus der von Ex-Präsident Trump bestellten Mondlandung in 3 Jahren nichts. Dieses offene Geheimnis hat die NASA nun bestätigt.

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Vollmond, über einer Wiese neben einem Leuchtturm

Vollmond, gesehen von Brier Island in Neuschottland

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Die NASA wird 2024 keine Astronauten auf die Mondoberfläche bringen. Das hat die US-Raumfahrtorganisation erstmals eingestanden. "Das Ziel der Mondlandung 2024 könnte ein unrealistisches sein, angesichts der Budgetzuteilungen der letzten beiden Jahre, die nicht genügend Mittel bereitgestellt haben, um 2024 erreichbar zu machen", hat der interimistische NASA-Administrator Steve Jurczyk der Webseite Ars bestätigt, "Vor diesem Hintergrund überprüfen wir das Projekt hinsichtlich des effizientesten Weges."

Im März 2019 hatte US-Präsident Donald Trump den Befehl ausgegeben, spätestens 2024 – also noch in Trumps erhoffter 2. Amtszeit – Amerikaner auf den Mond zu bringen. Im September 2020 machte der damalige NASA-Administrator Jim Bridenstine bei einer Anhörung im US-Senat deutlich, dass dies nur möglich wäre, sollten noch im selben Jahr 3,2 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung dreier Mondlandefähren fließen.

Weil das Parlament weniger als ein Drittel bewilligte, musste Trump seinen Traum von einer US-Mondlandung 2024 begraben. Vergeblich hatte er eine kräftige Erhöhung der Budgets für Bauarbeiten und Raumfahrttechnik gefordert. Dafür wollte er, um 120 Millionen Dollar zu sparen, jene NASA-Abteilung schließen, die Schulen bei wissenschaftlichen Bildungsprojekten unterstützt. Deutliche Einschnitte wünschte Trump auch bei wissenschaftlicher Forschung, den Bodeneinrichtungen für Weltraumforschung sowie beim Space Launch System.

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Allein, das Parlament spielt nicht mit. Selbst der damals mehrheitlich von Republikanischen Parteigängern Trumps besetzte Senat beschloss, das populäre Schulprogramm und wissenschaftliche Projekte zu bewahren. Viermal wollte Trump das Schulprogramm einstellen, das vierte Mal wurde es vom Parlament gerettet, "um junge Menschen zu einer Karriere in Wissenschaft und Entwicklung zu inspirieren".

Trumps Amtsnachfolger Joe Biden, Mitglied der Demokratischen Partei, unterstützt ausdrücklich das Artemis-Programm mit dem Ziel einer bemannten Mondlandung, berichtet Ars. Zu einem bestimmten Zeitplan hat sich die neue Regierung noch nicht verpflichtet. US-Regierungen treffen grundlegende Raumfahrt-Entscheidungen in der Regel nicht gleich zu Beginn ihrer Amtszeit.

(ds)