.NET 6 biegt mit RC2 auf die Zielgerade ein

Rund einen Monat vor dem Erscheinungstermin bringt die RC2-Version kleinere Neuerungen. Parallel erschien der erste Release Candidate von Visual Studio 2022.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen

(Bild: Paolo Bona/Shutterstock.com)

Von
  • Dr. Holger Schwichtenberg

Der Blogeintrag von Microsofts .NET-Programmmanager Richard Langer zu .NET RC2 beschäftigt sich vor allem mit den Neuerungen in C# 10, die schon vor dem Release bekannt waren. Große Überraschungen gibt es im zweiten Release Candidate ebenso wenig wie im ersten.

Dennoch hat Microsoft noch ein paar Breaking Changes auf Lager. Unter anderem wurden in ASP.NET Core 6.0 RC2 drei Typen umbenannt.

Größte Neuerung in RC2 ist die Möglichkeit, dass Blazor-WebAssembly-basierte Anwendungen nativen Code in anderen Sprachen aufrufen können. Das gilt für Quellcode in C und C++ sowie im Emscripten-Compiler erzeugte Module wie Objektdateien (.o), Archivdateien (.a), Bitcode (.bc) und WebAssembly-Module (.wasm).

Das ist möglich, weil Blazor WebAssembly auch auf Emscripten basiert. Voraussetzung für die Integration von Native Code in Blazor WebAssembly ist aber die Installation der .NET WebAssembly Build Tools in Visual Studio oder via Kommandozeile.

Innerhalb des C#-Codes in Blazor können externe Funktionen dann mit der Annotation [DllImport("Modulname")] deklariert werden (s. Abb. 1). In einem Schnelltest dauerte das Kompilieren beim Verwenden nativer Abhängigkeiten deutlich länger.

Aufruf von C-Code aus C# in Blazor WebAssembly (Abb. 1)

NuGet-Pakete für Blazor WebAssembly können solche Abhängigkeiten mitliefern. Ein Blogeintrag von Microsoft zeigt, wie man die 2D-Grafikbibliothek SkiaSharp mit dem Paket SkiaSharp.Views.Blazor im Browser nutzt.

betterCode() .NET 6: die Heise-Konferenz zum künftigen LTS-Release

Am 23. November 2021 richten heise Developer und dpunkt.verlag in Kooperation mit www.IT-Visions.de mit der betterCode() .NET 6 eine Online-Konferenz zum kommenden LTS-Release (Long-Term Support) von Microsofts Entwicklungsplattform .NET aus. Insgesamt sieben Vorträge behandeln die Neuerungen im Framework und in Version 10 der Programmiersprache C#.

Darüber hinaus gibt es kleinere Verbesserungen bei der neuen, kompakten Web-API-Implementierung in ASP.NET Core 6.0. Entwicklerinnen und Entwickler können nun in einer Web-API-Klasse die URL-Parameter mit TryParse() auswerten. Bei der Open API Specification gibt es mehr Optionen.

Von Visual Studio 2022 gibt es gleich zwei neue Versionen auf einmal: Eine Preview 5 und eine Version, die sich Release Candidate nennt. Letztere findet sich im "Current Channel", Preview 5 im "Preview Channel" (s. Abb. 2).

Verbessert wurde insbesondere das Hot Reloading in Verbindung mit Unit Tests: Entwickler können nun Tests und Dateneingaben für Tests ergänzen, ohne die laufende Anwendung zu beenden. Außerdem lässt sich für die Entwicklung von iOS- und macOS-Anwendungen XCode integrieren.

Die Preview-Version von Visual Studio 2022 wird für .NET MAUI Preview 9 benötigt, das nun Rahmen, abgerundete Ecken und Schatten anbietet.

Getrennte Downloads zu Visual Studio 2022 für Release Candidate (obere Zeile) und Preview 5 (untere Zeile) (Abb. 2)

(Bild: Microsoft)

.NET 6 inklusive C# 10.0, ASP.NET Core 6.0, Blazor 6.0 und Entity Framework Core 6.0 sowie Visual Studio 2022 sollen am 9. November in der endgültigen Fassung erscheinen. Dass dort die Entwicklung für Android, iOS und macOS noch nicht enthalten sein wird, hatte Microsoft bereits im September im Rahmen von RC1 verkündet.

Weitere Details lassen sich dem Blogbeitrag zum Release entnehmen.

(rme)