NRW-Innenminister: Dimension rechtsextremer Chatgruppen vielleicht unterschätzt

Die Entdeckung fünf rechtsextremer Chatgruppen in der Polizei ist nicht der einzige Vorfall bei der NRW-Polizei. Auf Innenminister Reul kommen Fragen zu.

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(Bild: lisyl/Shutterstock.com)

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  • dpa
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Nach einer Serie von rechtsextremistischen Vorfällen in der nordrhein-westfälischen Polizei hat Innenminister Herbert Reul (CDU) eingeräumt, das Ausmaß unterschätzt zu haben. Vorfälle etwa in Hagen, Hamm, Gelsenkirchen und die jetzt enttarnte Chatgruppe hätten gezeigt: "Offenbar haben wir nicht alles erkannt, vielleicht sogar auch die Dimension unterschätzt", sagte Reul am Donnerstag im Landtag.

Wegen Chatgruppen mit rechtsextremen Inhalten sind inzwischen laut Reul 30 Polizisten in NRW suspendiert worden. Die Suspendierung einer Beamtin sei noch hinzugekommen. Insgesamt waren fünf rechtsextreme Chatgruppen aufgedeckt worden. 14 Beamte sollen aus dem Dienst entfernt werden.

"Die Dimension und diese Abscheulichkeiten habe ich nicht für möglich gehalten", sagte Reul. Es handele sich "um übelste, widerwärtigste neonazistische Hetze". Reul betonte: "Wir werden das aufarbeiten, radikal und bis ins kleinste Detail." Bei den Durchsuchungen am Mittwoch seien 43 Telefone, 19 SIM-Karten, 21 USB-Sticks, 20 Festplatten, 9 Tablets und 9 PCs sowie eine geringe Menge Betäubungsmittel beschlagnahmt worden.

Die Dimension des Falls sei noch nicht absehbar, sagte der CDU-Politiker weiter. Er betonte aber: Auf die große Mehrheit der rund 50.000 Polizisten und Polizistinnen in NRW sei Verlass. "Das Gros der Beschäftigten in der Polizei ist absolut integer."