Nach Apple-Rauswurf: DOS-Emulator will zurück aufs iPhone – am App Store vorbei

Apple hat die beliebte App, die etwa DOS-Spiele auf iPhones bringt, entfernt, weil der Entwickler die geforderten Einschränkungen nicht umsetzen wollte.

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iDOS

(Bild: Entwickler)

Von
  • Leo Becker

Der DOS-Emulator iDOS ist nicht länger im App Store erhältlich. Apple hat die App nach Ablauf einer Frist von zwei Wochen inzwischen entfernt: Apple sieht eine Verletzung seiner Regel 2.5.2, die Apps vorschreibt, "in sich geschlossen zu bleiben", das Nachladen und Ausführen von Code ist – mit wenigen Ausnahmen – untersagt. Unter Verweis auf diese Vorgabe wurden auch Game-Emulatoren in der Vergangenheit regelmäßig aus dem App Store verbannt.

Er habe Apple nochmals erklärt, was seine App tut und dass der Code ausschließlich im Emulator innerhalb der App-Sandbox ausgeführt wird und deshalb kein Sicherheitsrisiko darstelle, so Li kurz vor dem Rauswurf – er habe aber wenig Hoffnung, dass sich Apples Position ändert und er sei weiterer Diskussion mit den App-Store-Prüfern auch überdrüssig. iDOS gab es schon seit 2010 im App Store, dabei kam es über die Jahre aber immer wieder zu teils langwierigen Problemen mit Apples Prüfprozess.

Er hoffe, dass mehr Nutzer den Vorteil von Sideloading und App-Läden von Drittanbietern erkennen, schreibt der Entwickler und kündigte nun an, iDOS "irgendwo" zurückzubringen – nach einem Verweis auf einen neuen US-Gesetzesentwurf, der Apple und Google zur Öffnung der beiden großen App-Plattformen zwingen könnte. Wo und wie iDOS für iPhone-Nutzer verfügbar gemacht wird, bleibt vorerst offen – es könnte etwa der Weg über das Sideloading-Tool AltStore gewählt werden. Die auf DOSbox basierende App wird auch über Github als Source zum Download angeboten.

Die von Apple geforderten Veränderungen an der App will der iDOS-Entwickler Chaoji Li jedenfalls nicht vornehmen, um so im App Store verbleiben zu dürfen – entsprechend ließ er auch die gesetzte Frist verstreichen. Das Entfernen entscheidender Funktionen wie die Dateifreigabe wäre "ein Verrat der eigenen Nutzer", die den Emulator genau deswegen gekauft hätten, so der Entwickler weiter. Die Dateifreigabe ermöglicht es, Programme und Spiele von einem Desktop-PC oder Mac aus in die iPhone- und iPad-App zu übertragen.

Bestehende Käufer der App können diese weiterhin über die Kaufhistorie aus dem App Store herunterladen. Sollte das eines Tages auch nicht mehr möglich sein, habe er das nicht zu verantworten, so der Entwickler.

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(lbe)