Nach Ausfilterung: Tumblr bringt "sensible Inhalt" zurück in iPhone-App

Ein Schlupfloch soll die wohl auf Apples Geheiß gefilterten Inhalte wieder in Tumblr zeigen – außer Erotik. In der iOS-App lässt sich das nicht aktivieren.

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Tumblr

(Bild: dpa, Mast Irham)

Von
  • Leo Becker

Tumblr bietet nun an, "möglicherweise sensible Inhalte" wieder in der iOS-App anzuzeigen, nachdem der Hersteller – offenbar auf Apples Geheiß – eine weiträumige Filterung eingebaut hatte. Er müsse Apples App-Store-Regeln und den eigenen Inhalterichtlinien folgen, wolle der Community aber mehr Optionen zur Anpassung der iPhone-App geben, wie der Anbieter in einer Mitteilung erklärte. Als explizit erotisch eingestufte Inhalte sollen in der iOS-Version aber weiterhin blockiert werden.

Eine neue Einstellung erlaubt es, die seit dem letzten Tumblr-Update versteckten sensiblen Inhalte wieder in der iPhone-App einzublenden. Gemäß Apples Vorgaben darf dieser Schalter allerdings nicht in der iPhone- respektive iOS-App selbst untergebracht werden, Nutzer müssen die Einstellungen also mit dem Browser auf einem Desktop-PC oder Mobilgerät aufrufen. Der Schalter hat ausschließlich Auswirkungen auf die iOS-App von Tumblr, nicht aber auf die Android-App, in der die Inhalte sowieso weiterhin angezeigt werden.

Wer sich dafür entscheidet, den Filter zu deaktivieren, kann wieder nach Tags zu sensiblen Inhalten suchen und erhält möglicherweise auch Empfehlungen zu Beiträgen mit "sensiblen oder suggestiven Inhalten", schreibt Tumblr. Erotische Blogs sollen wieder sichtbar werden und ein Overlay anzeigen, als explizit markierte Inhalte bleiben in der iOS-App aber ausgeklammert.

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Tumblr hatte Ende Dezember plötzlich unzählige Suchbegriffe in der iOS-App blockiert, darunter auch Begriffe wie "Depression", "Essstörung", "Schlafstörung", "Sexismus" oder "Rassismus". Ähnlich wie Discord nutzt Tumblr mit dem externen Schalter nun ein von Apple abgesegnetes Schlupfloch, um bestimmte Inhalte wieder in der iPhone-App zeigen zu können.

Vor drei Jahren warf Apple Tumblr aus dem App Store, offenbar wegen Material zu Kindesmissbrauch. Erst nach mehreren Wochen durfte die App zurückkehren, der Dienst hatte in diesem Zeitraum auch ein generelles Verbot für pornografische Inhalte angekündigt und dürfte damit massiv Nutzer verloren haben. Im Anschluss wurde Tumblr 2019 verkauft, es gehört seitdem dem Wordpress-Anbieter Automattic.

(lbe)