Nach Ausschreitungen in iPhone-Werk: Foxconn räumt Probleme mit Lohnzahlung ein

Um die Lage in "iPhone City" zu beruhigen, hat sich der Auftragsfertiger entschuldigt, Arbeiter sollen ausstehende Löhne erhalten. Auch Apple ist vor Ort.

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iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max

iPhone 14 Pro: Chinas Null-Covid-Strategie sorgt für Lieferengpässe.

Von
  • Leo Becker

Der Auftragsfertiger Foxconn hat nun doch Probleme bei Lohnzahlungen in einem riesigen iPhone-Werk in China eingeräumt. Man werde Arbeitern den vereinbarten, ausstehenden Lohn jetzt zahlen und diese dann heimreisen lassen, teilte der Konzern mit. Die Ankündigung hat die Lage vor Ort in Zhengzhou beruhigt, wie die Financial Times berichtet.

Arbeiter, die seit mehreren Wochen auf dem Werksgelände in Quarantäne sind, hatten in den vergangenen Tagen begonnen, zu protestieren und es kam zu Ausschreitungen und heftigen Zusammenstößen mit der Polizei. In sozialen Medien veröffentlichte Videos zeigten, wie Sicherheitskräfte offenbar auf Arbeiter eintraten und einprügelten.

Den Vorwurf der ausstehenden Lohnzahlungen hatte Foxconn am Mittwoch noch zurückgewiesen. Auch Gerüchte darüber, dass sich Arbeiter die Unterkunft mit infizierten Kollegen teilen müssten, seien falsch, hieß es. Jetzt räumte der Auftragsfertiger ein, dass es einen "Eingabefehler im Computersystem" bei der Anstellung neuer Arbeiter gegeben habe. Man werde den Lohn zahlen, der zuvor auf Anwerbungspostern versprochen wurde. Die Arbeiter sollen umgerechnet rund 1300 Euro für bereits geleistete Arbeitsstunden und die Zeit in der Quarantäne erhalten. Ein Teil der Zahlung wird offenbar erst ausgeschüttet, wenn die Arbeiter die Heimreise antreten.

Man prüfe die Situation vor Ort und arbeite gemeinsam mit Foxconn daran, dass die "Anliegen der Mitarbeiter adressiert werden", so Apple gegenüber der Financial Times.

Foxconn sei bekannt dafür, neue Arbeitskräfte mit hohen Löhnen zu locken und dann das Versprechen zu brechen, erläuterte eine chinesische Arbeitsexpertin. Der Auftragsfertiger habe Monatslöhne von umgerechnet bis zu 2000 Euro in Aussicht gestellt, um schnell Tausende von weiteren Arbeitern einzustellen.

Nach Analystenschätzungen werden 60 Prozent aller iPhones in dem "iPhone City" genannten Werk produziert. Zu Spitzenzeiten arbeiten dort über 200.000 Menschen. Apple hat wegen der Anfang des Monats vor Lieferengpässen beim iPhone 14 Pro gewarnt.

Ein Großteil der 13-Millionen-Stadt Zhengzhou ist Medienberichten zufolge inzwischen wegen steigender Coronafälle unter Quarantäne. Die Auseinandersetzungen in dem Foxconn-Werk seien in chinesischen Medien weitestgehend zensiert worden, merkt die Zeitung an.

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(lbe)