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Nach Datenklau und Twitter-Malheur: Grünen-Chef verlässt Twitter und Facebook

Nach Datenklau und Twitter-Malheur: Grünen-Chef verlässt Twitter und Facebook

Damit soll bald Schluss sein.

Zweimal hat sich Robert Habeck auf Twitter vergaloppiert und wurde viel kritisiert. Dann wurden seine Facebook-Nachrichten publik. Nun zieht er Konsequenzen.

Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck, hat angekündigt, seine Accounts auf Twitter und Facebook zu löschen. Als Grund gab der Politiker den umfangreichen Datenklau an, der vergangene Woche öffentlich wurde und ihn besonders hart getroffen hat, vor allem aber zwei viel kritisierte Tweets. Einen Fehler könne man einmal machen, erklärt Habeck nach einem misslungenen Eintrag auf Twitter. Weil ihm so etwas aber in Verbindung auf die Landtagswahl in Bayern schon einmal passiert war, müsse er nun auch Konsequenzen ziehen.

In einem Blogeintrag beklagt Habeck [1] zum Einen, dass persönlichste Gespräche zwischen ihm und seiner Familie als Folge des großen Datenklaus nun auf den Rechnern der Tageszeitungen und bei vielen rechten Medien liegen würde. Den größten Teil seiner Begründung machen aber seine Worte zu zwei Einträgen auf Twitter aus, die ihm viel Kritik eingebracht hatten. So hatte er am 13. Oktober getwittert "Endlich gibt es wieder Demokratie in Bayern" und sich später entschuldigt. Am gestrigen Sonntag hieß es dann bei ihm, "Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land." Gemeint gewesen sei natürlich "bleibt", nicht "wird". Der Tweet wurde gelöscht.

In seinem Blog gibt sich Habeck nun zerknirscht, und fragt "Wie um alles in der Welt konnte mir so was passieren?" Bei seiner Analyse sei er zu dem Schluss gekommen, dass er sich jeweils "unbewusst auf die polemische Art von Twitter eingestellt habe" – denn Twitter sei, "wie kein anderes digitales Medium so aggressiv und in keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze". Offenbar werde auch er dadurch aggressiver, lauter und zugespitzer, ohne den Raum zum Nachdenken. Gleichzeitig desorientiere ihn der Kurznachrichtendienst und mache ihn unkonzentriert, wenn er dort nach Reaktionen auf seine Auftritte suche. Deswegen werde er nun Konsequenzen ziehen und den Dienst genauso wie Facebook verlassen.

(mho [2])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4266561

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.robert-habeck.de/texte/blog/bye-bye-twitter-und-facebook/
[2] mailto:mho@heise.de