Nach Diebstahl aus der Ukraine: Digitale Landmaschinen aus der Ferne gesperrt

Die russischen Invasoren hatten Fahrzeuge im Wert von 5 Millionen US-Dollar mitgehen lassen. Doch die Freude währte dank digitaler Technik nicht lange.

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Trecker bei der Heuernte

(Bild: Randy Fath / Unsplash)

Von
  • Malte Kirchner

Nach einem groß angelegten Diebstahl von Landmaschinen in der Ukraine dürften die Täter wenig Freude an ihrem Diebesgut haben. Die Maschinen des US-Herstellers John Deere, die teilweise nach Tschetschenien verschifft wurden, sind aus der Ferne gesperrt worden, berichtet der US-Nachrichtensender CNN.

Insgesamt sei Gerät im Wert von 5 Millionen US-Dollar vom Gelände eines Landmaschinenhändlers in der von Russen besetzten Stadt Melitopol entwendet worden. Laut CNN sollen russische Truppen für den Diebstahl der insgesamt 27 Fahrzeuge verantwortlich sein. Aufgrund der GPS-Ortungsfunktion der Fahrzeuge habe man den Weg der Maschinen nachvollziehen können.

Die Sperrung aus der Ferne zeigt den hohen Grad der Digitalisierung in heutigen Landmaschinen. Aufgrund der Sperre können die Diebe die Maschinen inzwischen nicht einmal mehr einschalten. Noch in diesem Jahr soll zum Beispiel ein Trecker herauskommen, der voll autonom arbeiten kann.

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Die Entwicklung der Technik hat für die Landwirte aber auch eine Kehrseite: Bei Hard- und Softwareproblemen dürfen sie nicht mehr selbst Hand anlegen. Nur vom Hersteller zugelassene Werkstätten dürfen alle Reparaturen vornehmen. Versprechen des Herstellers John Deere, bis Januar 2021 Reparaturwerkzeuge, Software und Technik leichter verfügbar zu machen, wurden nicht gehalten.

Der Diebstahl könnte sich aber trotzdem noch lohnen: Erstens gebe es Hinweise darauf, dass versucht wird, mit professioneller Hilfe die Sperrung aufzuheben. Zweitens könnten die Maschinen immer noch ausgeschlachtet und als Ersatzteile verkauft werden.

(mki)