Nach Druck von Developern und Politik: Apple ändert App-Store-Bedingungen

Der Konzern will künftig weniger Provision als zuvor – allerdings nicht für alle Entwickler.

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Apples App-Store-Icon auf einem iPhone 12.

(Bild: James Yarema on Unsplash)

Update
Von
  • Ben Schwan

Apples App Store steht gerade gewaltig unter Druck – von Kartellbehörden in mehreren Ländern ebenso wie von zahlreichen Entwicklern. Dabei geht es stets um die als zu hoch empfundene Provision von 30 Prozent – und die Macht, die Apple als Gatekeeper hat, diese auch durchzusetzen. Nun gibt es zumindest für eine bestimmte Gruppe hier eine wichtige Änderung: Der Tarif wird für diese abgesenkt. Das kündigte Apple in einer Pressemitteilung vom Mittwoch an.

Statt der üblichen 30 Prozent fallen für Developer, die im vorangegangenen Kalenderjahr bis zu 1 Million US-Dollar an Einnahmen erwirtschaftet haben, nur 15 Prozent an. "Das neue App Store Small Business Program wird der überwiegenden Mehrheit der Entwickler zugute kommen, die digitale Waren und Services im App Store verkaufen, indem es ihnen eine reduzierte Provision auf kostenpflichtige Apps und In-App-Käufe gewährt", schreibt der Konzern. Das App Store Small Business Program starte am 1. Januar 2021.

Unklar blieb zunächst noch, ob die Reduktion auch die stark wachsenden In-App-Abonnements betrifft. Hier verringert Apple den Satz bislang erst dann auf 15 Prozent, wenn ein Abonnent mindestens ein Jahr dabei ist. In der deutschen Pressemitteilung sowie deren Originalfassung werden Abos nicht erwähnt, eine Anfrage blieb zunächst unbeantwortet.

Zum Prozedere gab Apple an, dass Entwickler, die bis zu 1 Million Dollar im Jahr 2020 mit allen ihren Apps verdient haben, sowie Entwickler, die neu im App Store sind, sich für das Programm "qualifizieren" könnten. Wenn ein teilnehmender Entwickler die Schwelle von 1 Million Dollar überschreitet, gelte für den Rest des Jahres der Standardprovisionssatz. Fällt der Umsatz später, kann er im darauffolgenden Jahr wieder auf 15 Prozent zurückwechseln. Für große Developer wie etwa Epic Games, mit dem sich Apple gerade heftig vor Gericht streitet, gilt die Provisionsreduktion nicht.

[Update 18.11.20 13:19 Uhr:] Auf Nachfrage hieß es von Apple Deutschland zum Thema Provisionreduktion für Abonnements, man werde Anfang Dezember umfassende Details zum Programm bekannt geben – und verwies ansonsten auf die "wesentlichen Teilnahmekriterien", die heute veröffentlicht worden sind. Diesen fehlt jedoch wie erwähnt ein Hinweis zu genau diesem Punkt.

[Update 19.11.20 23:46 Uhr:] Verschiedenen US-Medienberichten zufolge betrifft die Kostensenkung auf 15 Prozent auch Abonnements. Die 1 Million Dollar werden "definiert als die Einnahmen eines Entwicklers nach Abzug der Provision".

(bsc)