Nach Fehlstarts: Astra Space gibt "Rakete 3" auf, Überraschung bei der NASA

Von sieben Starts der "Rocket 3" von Astra Space sind zwei geglückt. Nun will sich die Firma auf den Nachfolger konzentrieren. Der NASA kommt das ungelegen.

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Eine von nur zwei geglückten Starts

(Bild: Astra Space)

Nach mehreren Fehlschlägen mottet das US-Raumfahrtunternehmen Astra Space seine Rakete 3 ein und will sich ganz auf deren Nachfolger konzentrieren – die "Rocket 4". Die NASA wurde laut Spacenews von diesem Schritt überrascht, die US-Weltraumagentur hat noch zwei Starts gebucht. Von insgesamt sieben Starts einer "Rocket 3" in verschiedenen Ausführungen waren nur zwei erfolgreich, zuletzt gingen Mitte Juni zwei Satelliten der NASA verloren.

Mit der Abkehr von der bislang eingesetzten Rakete gehe bei Astra Space auch ein Strategiewechsel einher, berichtet ArsTechnica. Habe das Unternehmen bisher darauf gesetzt, dass die Kunden für günstigere Preise ein höheres Risiko akzeptieren würden, wolle es nun anders vorgehen.

Astra Space hatte die Abkehr von der aktuell benutzten Rakete und die Hinwendung zu ihrem stärkeren Nachfolger bei der jüngsten Vorstellung der Quartalszahlen bekannt gemacht. In diesem Jahr wird deswegen kein Startversuch mehr unternommen. Ob die Rakete 4 dann 2023 erstmals abhebt, ist noch nicht abzusehen, schreibt ArsTechnica.

Beim letzten gescheiterten Startversuch einer Rakete 3 am 12. Juni waren zwei kleine Satelliten der NASA-Mission Tropics verloren gegangen. Bei zwei weiteren Starts soll Astra Space eigentlich noch vier davon ins All bringen. Die Mission ist Teil eines NASA-Programms für günstigere und riskantere Starts von jungen Raumfahrtunternehmen, auch mit vier Satelliten könnte sie funktionieren.

Laut Spacenews ist die geplante Rakete 4 von Astra Space für die restlichen Tropics-Satelliten aber nicht so gut geeignet, sie soll viel größere Satelliten in einen anderen Orbit befördern. Weil die geplante Umlaufbahn der Tropics-Orbiter ziemlich ungewöhnlich sei, kämen auch Mitflüge bei anderen Starts nicht infrage. Die NASA sei vom Abschied von der Rakete 3 jedenfalls überrascht worden, noch würden mögliche Alternativen geprüft.

Wer die Kosten für einen möglichen Wechsel trägt, ist nicht bekannt. An der Börse wird die Entscheidung von Astra Space jedenfalls nicht honoriert: Hatte die Aktie schon nach dem jüngsten Fehlstart deutlich verloren, sackte die nach der Ankündigung noch einmal um fast 20 Prozent auf jetzt 1,29 US-Dollar ab.

(mho)