Nach Feuerball: Äußerst seltene Meteoriten-Überreste in England gefunden

Vor wenigen Tagen sorgte ein Feuerball über Südwestengland für Aufsehen. Überreste des besonders seltenen Meteoriten wurden nur kurz danach gefunden.

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In der Einfahrt eingeschlagen

(Bild: UK Meteor Network)

Anwohner haben im Südwesten Englands mehrere Überreste eines Meteoriten gefunden, der dort in der Nacht zum 1. März abgestürzt war und der Wissenschaft damit gewissermaßen einen Hauptgewinn beschert. Wie die Universität Oxford mitteilt, wurden allein rund 300 Gramm an Überresten in einer Einfahrt in der Kleinstadt Winchcombe gefunden.

Das größte Fragment

(Bild: UK Meteor Network)

Weil das Stück bereits weniger als 12 Stunden nach dem Einschlag in so einem guten Zustand entdeckt wurde, sei es vergleichbar zu Fragmenten, wie sie Sonden zur Erde bringen. In der Gegend seien weitere Stücke sichergestellt worden. Bei dem Meteoriten habe es sich um einen der besonders seltenen kohligen Chondrite gehandelt.

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Wie die Universität Oxford nun erklärt, hatten Tausende den Meteoriten gesehen, der kurz vor 23 Uhr MEZ über England niedergegangen war. Die International Meteor Organisation (IMO) hat dabei so viele Sichtungen registriert, wie noch nie zuvor bei einem einzelnen Feuerball. Über 1100 kamen vor allem aus England und Wales, aber auch aus den Niederlanden und Nordirland. Den Forschern zufolge war der Meteorit mit etwa 50.000 Kilometern pro Stunden unterwegs, als er auf die Erdatmosphäre stieß. Gefunden wurden die Überreste nun ziemlich genau im Zentrum der potenziellen Landezone, wie sie die IMO ermittelt hatte.

Nachdem vor drei Jahren ein Meteorit über Großbritannien beobachtet, aber keine Überreste gefunden wurden, hatten Forscher im Königreich Vorbereitungen getroffen, die sich nun ausgezahlt hätten. So haben nicht nur viele private Überwachungskameras den Feuerball aufgezeichnet, sondern auch drei von insgesamt sechs genau für solch einen Fall betriebene Kameras. So hätte nicht nur der potenzielle Landeort schnell ermittelt werden können, man habe auch schnell öffentlich gemacht, was mögliche Finder tun sollten.

In Großbritannien ist es der erste gefundene Meteorit seit 30 Jahren, erklären die Forscher noch. Und von den rund 65.000 bekannten Meteoriten auf der Erde sei nur bei etwas über 1200 der Absturz beobachtet worden. Von denen seien wiederum nur 51 kohlige Chondrite und der sei nun der erste in Großbritannien. Die enthalten vergleichsweise viel Kohlenstoff und können einzigartige Informationen über den Ursprung von Wasser und den Bausteinen des Lebens im Sonnensystem enthalten, schreiben die Wissenschaftler. Der Meteorit wird nun Natural History Museum analysiert. Bei der Übergabe durch den anonymen Finder hätten ihm die Knie gezittert, erklärt Richard Greenwood der BBC. Er war als Erster zur Stelle, um den Fund zu bestätigen.

Mehrere der Fragmente

(Bild: Natural History Museum)

(mho)