Nach Hochwasser-Katastrophe: Rheinland-Pfalz stellt Starlink-Antennen auf

In vielen von den Wassermassen zerstörten Ortschaften gibt es immer noch keine Möglichkeit, online zu gehen. Dem soll nun Abhilfe geschafft werden.

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(Bild: Starlink)

Von
  • Martin Holland

Weil auch Tage nach den verheerenden Überflutungen in Rheinland-Pfalz noch immer Gebiete ohne Anschluss an das Internet auskommen müssen, hat das Land 12 Starlink-Satellitenschüsseln aufgestellt. Menschen vor Ort können sich in das darüber verfügbare WLAN einwählen und einen Zugang zum Internet herstellen, teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes mit.

Der Zugang ist kostenlos. Insgesamt soll die Zahl der Zugangspunkte auf 35 gesteigert werden, heißt es noch. Die ersten 12 Starlink-Schüsseln stehen demnach in 11 Ortsgemeinden im stark betroffenen Ahrtal in der Verbandsgemeinde Altenahr und Ortsteilen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Mit der Aufstellung der Zugänge zum Satelliten-Internet von Elon Musks Firma SpaceX reagiert Rheinland-Pfalz auf die folgenreichen Überschwemmungen in der vergangenen Woche. Dabei wurden ganze Ortschaften teilweise völlig zerstört, allein im Landkreis Ahrweiler wurden bislang 122 Todesopfer gezählt. Unterbrochen wurde vielerorts außerdem nicht nur die Strom- und Trinkwasserversorgung, sondern auch Verbindungen ins Internet. Menschen vor Ort konnten deswegen lange keinen Kontakt mit der Außenwelt aufnehmen und um Hilfe bitten oder Aufräumarbeiten koordinieren.

Die großen Mobilfunk-Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica kommen beim Wiederaufbau ihres Netzes in den Hochwasser-Katastrophengebieten aber voran. Zur Verbesserung der Situation hat auf Vermittlung des Digitalisierungsministers von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer (SPD), ein "sehr konstruktiver Austausch" der Konzerne stattgefunden. 70 Prozent der mehr als 500 ausgefallenen Mobilfunkstationen konnten demnach inzwischen wieder in Betrieb genommen werden. Das heißt aber auch, dass gut 150 weiterhin nicht funktionieren. Bei der Wiederinbetriebnahme dieser besonders schwierigen Standorte wollen die Konzerne demnach kooperieren.

Für Starlink von SpaceX dürfte der Einsatz in den Flutgebieten nun der erste größere Einsatz nach einer Naturkatastrophe sein – dabei kann die Technik ihre ganze Stärke ausspielen. Das Satelliten-Internet wird seit Ende 2019 aufgebaut und soll eigentlich in unterversorgten Regionen einen schnellen Internetzugang ermöglichen, wo Anschlüsse über konventionelle Technik nicht wirtschaftlich sind oder aus anderen Gründen nicht anliegen. Gegenwärtig läuft für das Angebot ein öffentlicher Betatest. Hunderttausende haben Interesse an einem Zugang. Für den Internetzugang über Starlink braucht es neben der kleinen beheizbaren Antenne einen WLAN-Router, den SpaceX bereitstellt und der die Verbindung zu den Endgeräten herstellt. Wie das nun im stark zerstörten Ahrtal funktioniert und angenommen wird, wird sich zeigen.

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(mho)