Nach Produktionsproblemen: Apple will wieder Displays von BOE einsetzen

Der chinesische OLED-Produzent hatte Ärger wegen unabgesprochener Design-Änderungen. Nun könnte er sich erneut für die iPhone-Lieferkette qualifizieren.

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iPhone 13 Pro

Apple setzt beim iPhone vor allem auf OLED.

(Bild: Sebastian Trepesch)

Von
  • Ben Schwan

Apple plant einem Bericht zufolge, für das "iPhone 14" nun doch zu den Panels des chinesischen Display-Spezialisten BOE zu greifen – obwohl der zunächst aus der Angebotsrunde geflogen war. Wie das in Südkorea erscheinende Elektronikfachblatt The Elec meldet, werde noch in dieser Woche eine Evaluationsphase mit BOE-Screens beginnen.

Im Mai hatte es noch Informationen gegeben, laut denen BOE Technology – für China von zentraler Bedeutung im Geschäft mit modernen OLED-Screens – Apples Aufträge für die nächste iPhone-Generation verloren habe. BOE sollte eigentlich rund 30 Millionen OLED-Panels für das "iPhone 14" bauen. Diese Aufträge würden nun an die zwei weiteren Bildschirmlieferanten, Samsung und LG Display, abgegeben, hieß es.

Grund für Apples Umstellung sei, dass BOE Technology offenbar technische Änderungen am Design der zu liefernden Panels durchgeführt hat, was Apple aber offenbar nur durch Zufall auffiel. Dabei wurde die sogenannte Circuit-Width der Dünnfilmtransistoren erhöht, offenbar sollte so die Produktionsausbeute (Yield) erhöht werden. Das wiederum schmeckte Apple mit seinen exakten Qualitätsvorgaben gar nicht. Versuche des BOE-Managements, direkt in Cupertino zu intervenieren, sollen gescheitert sein.

Offenbar hat sich die Lage nun wieder beruhigt. Ob dies auch mit den allgemeinen Versorgungsproblemen bei Elektronikkomponenten zu tun hat oder es BOE Technology gelungen ist, Apple auf andere Art zu überzeugen, bleibt unklar. Laut The Elec hofft der chinesische Produzent nun, bis Ende des Monats einen Vertrag zu bekommen. Dann würde die Massenproduktion im Juli oder August beginnen. BOE soll für die Standardmodelle zuständig sein, nicht für die Pro-Varianten. Die weiteren Panels kommen wie gehabt von Samsung Display und LG Display – beide wären BOE Technology dann einige Wochen voraus.

Apple hatte die BOE-Änderungen bei iPhone-13-Displays bemerkt. Dies sorgte bereits im Frühjahr für einen Einbruch bei der Versorgung. Inzwischen soll das chinesische Unternehmen aus Cupertino immerhin ein "Re-Approval", also eine neuerliche vorläufige Produktionsgenehmigung, erhalten haben. Aber erst die Evaluation in dieser Woche wird zeigen, ob wirklich BOE-Panels im "iPhone 14" landen. Die Stückzahlen dürften allerdings vergleichsweise gering sein – The Elec spekuliert über 5 Millionen Panels, sollte alles gutgehen.

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(bsc)