Nach Stromausfällen: Iran verbietet Krypto-Mining über den Sommer

Schon seit Monaten leiden die Menschen im Iran unter Stromausfällen; das energiehungrige Krpyto-Mining soll eine Mitschuld tragen. Nun ist es untersagt.

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(Bild: Shutterstock)

Von
  • Martin Holland

Irans Regierung hat das Mining von Kryptowährungen wie Bitcoin bis zum Ende des Sommers untersagt – auch durch Verantwortliche mit einer Lizenz. Das erklärte Präsident Hassan Rouhani am Mittwoch und verwies zur Begründung auf die Stromausfälle, die die Islamische Republik seit Monaten zunehmen plagen. Durch das monatelange Verbot von Krypto-Mining werde das Problem behoben, versicherte Rouhani im Kabinett. Es ist bereits in Kraft und gelte bis zum 22. September. Gleichzeitig gestand er aber auch ein, dass 85 Prozent des Minings im Iran ohne die nötige Lizenz erfolgen würde, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters.

Mit immer neuen Höchstständen beim Bitcoin-Kurs war das energieintensive Mining der Kryptowährung seit dem Herbst wieder attraktiver geworden. Nachdem China immer schärfer dagegen vorgeht, waren viele Miner in den Iran ausgewichen, wo die Strompreise dank der staatlichen Subventionen vergleichsweise niedrig sind. Gleichzeitig ist das Land aufgrund drakonischer Wirtschaftssanktionen der Vereinigten Staaten weitgehend von den globalen Handelsbeziehungen ausgeschlossen und Kryptowährungen könnten hier eine willkommene Alternative darstellen. Doch der energiehungrige Mining-Prozess hatte schon seit längerem für Sorgen um die Stromversorgung geführt.

Zum Jahreswechsel war das Problem dann erneut auf der Tagesordnung gelandet, weil es in der Hauptstadt Teheran und anderen Metropolen des Landes vermehrt zu Stromausfällen gekommen war und die Menschen litten unter massivem Smog. Wegen der erhöhten Nachfrage hatten Kraftwerksbetreiber auf Treibstoff in geringerer Qualität ausweichen müssen. Seitdem kommt es immer wieder zu Stromausfällen, zuletzt gab es in sozialen Netzwerken Bilder der Millionenmetropole Teheran im Dunkeln. Derweil stehen im Iran die Präsidentschaftswahlen bevor und der Führung in Teheran dürfte es daran gelegen sein, möglichst wenig Kritik aufkommen zu lassen. Rouhanis Regierung hatte außer dem Mining auch Dürren und dem ansteigenden Strombedarf im Sommer die Schuld an den Stromausfällen gegeben.

(mho)