Nach Todesfall und Unfällen ruft Peloton Laufbänder zurück

Hersteller Peloton weigerte sich nach ersten Unfallberichten zunächst, seine Laufbänder zurückzurufen. Nun gab das Unternehmen klein bei.

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Tread und Tread+ (l).

(Bild: Peloton)

Von
  • Andreas Wilkens

Der US-amerikanische Hersteller Peloton ruft seine Laufbänder Tread und Tread+ zurück, nachdem sich Meldungen über Unfälle mit den Trainingsgeräten gehäuft hatten. Betroffen sind etwa 125.000 Geräte des Modells Tread+ sowie 6450 des Modells Tread.

Medienberichten zufolge ist vor Kurzem ein sechs Jahre altes Kind gestorben, nachdem es unter das Laufband eines Tread+ gezogen worden war. Darüber hinaus liegen nach Angaben von amerikanischen Verbraucherschützern 72 Berichte über Erwachsene, Kinder, Haustiere und Gegenstände vor, die ebenfalls unter das Laufband gezogen wurden; darunter seien 29 Berichte über Verletzungen von Kindern wie starke Schürfwunden, Knochenbrüche und Risse. Diese Geräte werden nicht repariert, Peloton erstattet nur den vollen Kaufpreis zurück.

Beim Modell Tread könne der Touchscreen am Kopf des Laufbands abfallen und Verletzungen verursachen, warnt die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC. Peloton seien 18 Berichte übermittelt worden, laut denen sich Touchscreens gelockert hätten, und sechs Vorfälle, bei denen sich der Touchscreen ablöste. Dabei erlitten Nutzer:innen in Kanada und Großbritannien Abschürfungen, kleinere Schnitte und Prellungen. Die Geräte ließen sich reparieren oder die Käufer bekämen ihr Geld zurück.

Peloton-CEO John Foley entschuldigte sich dafür, in ersten Kontakten mit der CPSC in dieser Sache widerborstig gewesen zu sein. Peloton hatte die Vorwürfe der CPSC im April zunächst als "irreführend" bezeichnet und den Kunden mitgeteilt, dass es keinen Grund gebe, den Tread+ nicht zu nutzen, solange sie sich an die Sicherheitsanweisungen hielten.

Die CPSC hatte laut Bloomberg bereits im Februar einen Bericht erhalten, dass ein Dreijähriger vermutlich mit einem Pelotongerät Hirnverletzungen erlitten hatte. Foley riet im März den Nutzern, Kinder und Haustiere jederzeit von Peloton-Geräten fernzuhalten und nach Gebrauch den Sicherheitsschlüssel abzuziehen und vor Kinderhänden sicher zu verwahren.

Das Tread+ hat einen 32-Zoll-Touchscreen, ein Surround-Sound-System und kostet in den USA knapp 4300 US-Dollar. Das Tread kostet 2500 US-Dollar und hat einen 24-Zoll-Touchscreen mit Frontlautsprechern. Manche bezeichnen Peloton als "Apple der Fitness". In Deutschland bietet Peloton die Laufbänder nicht an.

Zum Angebot des Unternehmens, das unter anderem auch Heimtrainer verkauft, gehören Fitnessprogramme, in denen Instruktoren die Nutzer antreiben. Besitzer eines Bike oder eines Bike+ zahlen dafür monatlich knapp 40 Euro. Laut Medienberichten hat Peloton derzeit etwa 1,3 Millionen zahlende Nutzer.

(anw)