Nach Umfrage: Bitkom fordert freiere "Kultur der Datennutzung" in Unternehmen

Für über 85 Prozent der befragten Unternehmen sind Daten jedweder Art essentiell. Das nimmt der Bitkom zum Anlass, eine neue, freiere Datenkultur einzufordern.

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(Bild: metamorworks/Shutterstock.com)

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Der Bitkom-Präsident Achim Berg ist sich sicher: "Nur wer über Daten verfügt und sie vernünftig nutzt, wird künftig wirtschaftlich erfolgreich sein". Berg fordert, rechtliche Vorgaben sollten dieser Bedeutung gerecht werden: "Datenschutz und Kartellrecht müssen so gestaltet sein, dass innovative Geschäftsmodelle auch Luft zur Entwicklung haben. (...) Wir brauchen eine Kultur der Datennutzung in allen Unternehmensbereichen.“

Über 500 Unternehmen aus verschiedenen Branchen mit mehr als 50 Mitarbeitern hat der Bitkom telefonisch befragt. Dem Ergebnis zufolge erheben 92 Prozent der befragten Firmen während des Regelbetriebs Daten, normalerweise nur für einfache Analysen, beispielsweise zur Unterstützung beim Personaleinsatz, der Finanzplanung und der Liquiditätssteuerung. Eine Minderheit jedoch setzt auch auf Daten zur vorbeugenden Wartung und nur 15 Prozent für Simulationen von Betriebsabläufen oder Modellrechnungen. Zwar nutzen die Hälfte der Unternehmen auch Daten zur Analyse der Bestandskunden, aber nur gut ein Drittel nutzt diese, um proaktiv neue Kunden zu gewinnen – auch deshalb fordert der Bitkom-Präsident, Firmen sollten nicht nur dort auf Daten setzen, wo man es schon immer getan hat oder wo es naheliegt, sondern auch um Innovationen voranzutreiben.

Auf der Wunschliste vieler Unternehmen, die die Datennutzung erleichtert haben wollen, stehen Unternehmenskooperation, Open Data und der Ausbau eines europäischen Daten-Ökosystems weit vorne. Aus der Tatsache, dass ein gesetzlich abgesicherter Anspruch auf den Zugang zu Daten anderer Unternehmen nur von wenigen Firmen befürwortet wird, schließt Berg, dass eine solche gesetzliche Pflicht zum Datenaustausch den Unternehmen "ganz offensichtlich am wenigsten [hilft]. Die Unternehmen sollten stattdessen möglichst viel Flexibilität bekommen, um über Verträge die notwendigen Regelungen selbst auszuhandeln und neue Wertschöpfungspotenziale zu erschließen.“ (mfe)