Nach der Abhöraktion bei Volkswagen gibt es einen Verdächtigen

Nach der Abhöraffäre um den Streit mit der Zuliefergruppe Prevent hat Volkswagens Konzernrevision einen Mitarbeiter im Verdacht. Der Manager wurde freigestellt.

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Nach dem Streik von Prevent 2016 standen bei Volkswagen zunächst die Bänder. Bald folgte der Rauswurf des Zulieferers.

(Bild: Volkswagen)

Von
  • Florian Pillau

Volkswagen hat seit Donnerstag einen eigenen Manager im Verdacht, über längere Zeit Gespräche einer internen Arbeitsgruppe zu Problemen mit dem Zulieferer Prevent mitgeschnitten zu haben. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Handelsblatt unter Berufung auf informierte Kreise.

Auszüge daraus hat das Online-Wirtschaftsmagazin Business Insider am Wochenende veröffentlicht. Der Kreis der Verdächtigen sei sehr klein gewesen, hieß es, an den Besprechungen hätten nur drei Volkswagen-Vertreter teilgenommen. Prevent hatte mitteilen lassen, keiner ihrer Mitarbeiter habe Aufnahmen gemacht.

Weder die Staatsanwaltschaft Braunschweig, bei der Volkswagen sofort nach Bekanntwerden der Vorwürfe Strafanzeige gegen unbekannt gestellt hat, noch Volkswagen-Sprecher wollten auf Nachfrage der Zeitung Stellung beziehen.

In der Arbeitsgruppe mit dem Namen "Projekt 1" ging es bis zur Kündigung der Geschäftsbeziehungen zu Prevent darum, wie Volkswagen mit dem Zulieferer umgehen sollte. Das interne Team hatte nach offiziellen Angaben die Aufgabe, "weiteren Schaden vom Unternehmen, seinen Kunden, Mitarbeitern und Lieferanten abzuwenden."

Hintergrund der Abhöraktion könnten die vielen noch offenen Rechtsverfahren mit Prevent sein. Prevent fordert 750 Millionen US-Dollar Schadenersatz, Volkswagen seinerseits will den Schaden aus dem Lieferstopp 2016 erstreiten und beziffert die Größenordnung auf mehr als 100 Millionen Euro. Nach Angaben von Prevent sind derzeit allein vor deutschen Gerichten gut zehn Verfahren anhängig.

(fpi)