Nach wochenlanger Auszeit: Weltraumteleskop Hubble schickt wieder Fotos

Mehr als einen Monat war Hubble nicht einsatzbereit, eine komplizierte Reparatur war nötig. Die hat geklappt und nun schickt das Instrument wieder Bilder.

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Zwei Aufnahmen vom Wochenende, einmal von zwei interagierenden Galaxien und einer Spiralgalaxie mit ungewöhnlich langen Armen.

(Bild: Science: NASA, ESA, STScI, Julianne Dalcanton (UW) Image processing: Alyssa Pagan (STScI))

Von
  • Martin Holland

Das nun doch noch nicht am Ende seiner langen Karriere angelangte Weltraumteleskop Huble macht wieder astronomische Aufnahmen und bei der NASA freut man sich über die erfolgreiche Reparatur aus der Ferne. Vorher war das weltbekannte Instrument für mehr als einen Monat nicht einsatzbereit, nachdem es sich am 13. Juni selbstständig abgeschaltet hatte. Erst nach langer und komplizierter Vorarbeit hatte sich das Weltraumteleskop dann vergangenen Donnerstag zurückgemeldet und seit Samstag betreibt es auch wieder Forschung. Zu den ersten zur Erde übermittelten Aufnahmen gehören nun die Bilder zweier ungewöhnlicher Galaxien.

Nachdem erst ein altersschwaches Speichermodul für den Ausfall verantwortlich gemacht worden war, hatte sich der Verdacht dann auf ein für das Senden und Formatieren von Daten verantwortliches Modul gerichtet. Der Wechsel auf die an Bord vorhandene, aber vorher nie im Weltraum hochgefahrene Backup-Technik war deswegen deutlich schwieriger als zunächst gedacht. Insgesamt mussten 15 Stunden lang Befehlssequenzen zu dem in 500 Kilometern Höhe kreisenden Instrument übertragen werden, erläutert die US-Weltraumagentur nun. Die hatten mehr als 50 Personen vorbereitet und auch Fachleute im Ruhestand seien hinzugezogen worden. Immerhin ist Hubble seit mehr als 31 Jahren im Einsatz und die verbaute Technik noch einmal deutlich älter.

"Es ist jetzt an der Zeit, den Erfolg eines Teams zu feiern, dass sich seiner Mission wirklich verschrieben hat", meint NASA-Chef Bill Nelson. Er freue sich wahnsinnig, dass Hubble seine Augen wieder dem Universum zuwendet. Auch Kenneth Sembach vom Space Telescope Science Institute (STScI), wo die wissenschaftliche Arbeit koordiniert wird, zeigt sich beeindruckt von dem Erfolg und meint: "Ich gehe fest davon aus, dass Hubble uns nun weiterhin mit wissenschaftlichen Entdeckungen beeindrucken wird." Das von der NASA und ESA verantwortete Instrument ist seit 1990 in Betrieb und hat mit unzähligen Aufnahmen nicht nur von Sternen, Galaxien unser Bild vom Universum grundlegend verändert und geprägt. Auch vor den jüngsten Problemen zeigte sich zuletzt aber immer wieder das hohe Alter. Mit dem James-Webb-Weltraumteleskop steht nun ein Nachfolger in den Startlöchern.

Weltraumteleskop Hubble (105 Bilder)

Der Affenkopfnebel im Orion
(Bild: ESA/Hubble)

[Update 21.07.2021 – 09:00 Uhr] Die Abschaltung erfolgte im Juni, das falsche Datum wurde korrigiert.

(mho)