Nationale Luftfahrtkonferenz: Fliegen soll "grün" werden

Neben der Wiederbelebung der Luftfahrt nach Corona ging es auf der Konferenz auch um klimaneutrales Fliegen. Das soll mit Power-to-Liquid-Kerosin gelingen.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 126 Beiträge

(Bild: aapsky/Shutterstock.com)

Von
  • Bernd Mewes

Auf der 2. Nationalen Luftfahrtkonferenz lag der Fokus auf der Wiederbelebung der Luftfahrt nach der Corona-Krise und der Gestaltung des klimaneutralen Fliegens. Es genüge nicht, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise irgendwie zu bewältigen. "Vielmehr gilt es, unsere wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Erholung auch an unseren Klimazielen auszurichten", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Um die Klimaneutralität beim Fliegen zu erreichen, würden Bundesregierung, Länder und Industrie unter anderem daran arbeiten, die Produktion für die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe auf- und auszubauen, heißt es in der Mitteilung der Bundesregierung weiter. Die als Power-to-Liquid bezeichnete Technologie soll mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen synthetische Kraftstoffe herstellen.

Ziel sei eine steigende Power-to-Liquid-Kerosin-Quote von 0,5 Prozent ab 2026 und "bis" zwei Prozent ab 2030, so Merkel. "Mindestens 200.000 Tonnen nachhaltigen Kerosins sollen dann jährlich für den deutschen Luftverkehr produziert werden." Das Ziel knüpfe an den 2020 geschaffenen Rahmen für die künftige Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff an – der Nationalen Wasserstoffstrategie. "Wir brauchen Innovationen, um ein emissionsfreies Fliegen zu erreichen", erklärte Merkel weiter.

Zum grünen Fliegen gehöre aber auch die geeignete Verkehrsanbindung der Flughäfen. Weiter setze sich die Bundesregierung für eine Stärkung des EU-Emissionshandels im Luftverkehr und das umstrittene Kompensationssystem Corsia (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) ein, in dem entsprechend den Emissionen durch die Fluggesellschaften weltweit CO2-senkende Klimaschutzprojekte finanziert werden.

"Die Zukunft des klimaneutralen Fliegens wird in Deutschland gemacht. Im Schulterschluss mit einer leistungsfähigen Luftfahrtindustrie am Standort Deutschland schaffen wir die technischen Grundlagen für marktfähige Lösungen des CO2-neutralen Fliegens von morgen", erklärt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier auf der Luftfahrtkonferenz.

Bundesverkehrsminister Scheuer setze auf Innovation bei neuen Flugzeugen sowie auf synthetisches Kerosin, um Fliegen klimafreundlich zu machen und die rund 850.000 Arbeitsplätze in der Luftfahrt zukunftssicher aufzustellen. "Die Menschen wollen wieder reisen und fliegen." Das müsse auch möglich sein und zwar nachhaltig und bald auch klimaneutral. Dabei sollen Flugtickets weiterhin für alle bezahlbar bleiben. "Wir müssen Fliegen und Bahnfahren gemeinsam denken. Das ist moderne Mobilität."

Die 2. Nationale Luftfahrtkonferenz wurde in diesem Jahr digital übertragenen und vom Bundeswirtschafts- und Bundesverkehrsministerium, dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), dem Land Brandenburg und dem Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) unter dem Motto "Take off für die Luftfahrt der Zukunft – innovativ, nachhaltig und resilient" veranstaltet. Die Nationale Luftfahrtkonferenz findet alle zwei Jahre – im Wechsel mit der Luftfahrt- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin – in einem anderen Bundesland statt.

(bme)