Navigationssystem von Mars-Drohnen soll in einer Wüste verbessert werden

Auf dem Mars gibt es kein GPS – eine andere Navigationstechnik für Mars-Drohnen testen derzeit Forscher in der israelischen Negev-Wüste.

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Ingenuity im Flug (hier nach dem zweiten Start)

(Bild: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS)

Von
  • dpa

In der israelischen Negev-Wüste wollen Forscher die Navigationstechnik autonomer Mars-Hubschrauber und -Drohnen schärfen. "Auf dem Mars gibt es kein GPS, deshalb müssen sich die Drohnen und Helikopter an markanten Stellen der Oberfläche des Planeten orientieren", sagt Christian Brommer von der Forschungsgruppe Control of Networked Systems an der Universität Klagenfurt in Österreich.

Für die Tests eigne sich die Negev-Wüste ausgezeichnet, da ihre Oberfläche der des Mars sehr ähnle. Der aktuell auf dem Mars eingesetzte Helikopter Ingenuity setze diese in Klagenfurt mitentwickelte Navigationstechnik bereits ein. Sie soll nun weiter verfeinert werden. Dazu sei eine drei Kilogramm schwere Drohne mit ihren vier Rotoren und einer Spannweite von zwei Metern mit hochpräzisen Kameras ausgestattet worden.

"Für ein navigationstaugliches Bild einer recht monotonen Oberfläche ist der Schattenwurf ein wichtiges Merkmal", so Brommer. Das müsse der Algorithmus analysieren können. Generell gelte, dass autonom agierende Fluggeräte eine ganz zentrale Hilfe für die Erkundung des Roten Planeten sein werden. "Sie sind für die vorausschauende Planung von Mars-Ausflügen der Astronauten entscheidend." Die gesammelten Daten werden auch der US-Raumfahrtagentur Nasa zur Verfügung gestellt.

Brommer ist Leiter des Drohnenprojektes im Forscherteam um die sogenannten Analog-Astronauten des Österreichischen Weltraumforums (ÖWF), die einen Mars-Aufenthalt simulieren. Die sechs Analog-Astronauten aus Österreich, Deutschland, Israel, den Niederlanden, Portugal und Spanien werden ab Montag vier Wochen lang rund um den Ramon-Krater in der Negev-Wüste isoliert von der Außenwelt arbeiten. Unterstützt werden die Analog-Astronauten vom Mission Support Center (MSC) in Innsbruck sowie von 200 Forschern aus 25 Ländern. Um die Signallaufzeit zwischen Mars und Erde zu simulieren, wird in die Kommunikation zwischen Israel und Österreich eine zehnminütige Verzögerung eingebaut.

(tiw)