Netflix-Kunden sind keine Gamer

99 Prozent der Netflix-Abonnenten haben die Spiele des Streamingdienstes noch nicht ausprobiert. Die verzeichnen 1,7 Millionen tägliche Nutzer.

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(Bild: XanderSt/Shutterstock.com)

Von
  • Andreas Knobloch

Netflix baut sein Spieleportfolio weiter aus. Allerdings interagieren weniger als ein Prozent der Abonnenten und Abonnentinnen täglich mit den Spielen. Die Spiele von Netflix werden durchschnittlich 1,7 Millionen Mal pro Tag genutzt – von einem Bruchteil der 221 Millionen Netflix-Abonnenten weltweit.

Das geht aus Daten hervor, die die US-Mediengruppe CNBC von der Datenplattform Apptopia erhalten hat. Seit der Videostreaming-Dienst im November 2021 ins Gaming-Geschäft eingestiegen ist, wurden die Spiele von Netflix laut Apptopia insgesamt 23,3 Millionen Mal heruntergeladen. Netflix begann mit nur fünf Mobilspielen für Android ohne Werbung, Gebühren oder In-App-Käufe. Die Umsetzung für iOS erfolgte kurz darauf. Inzwischen ist das Angebot auf über zwei Dutzend Titel angewachsen, darunter ein Spiel, das auf dem Kartenspiel Exploding Kittens basiert, der League of Legends-Ableger Hextech Mayhem und der Strategietitel Into the Breach.

Netflix plant, sein derzeitiges Angebot an Spielen bis Ende des Jahres auf 50 Titel zu verdoppeln und hat mehrere Indie-Spielestudios erworben. So wurde das Spielestudio Next Games für 65 Millionen Euro gekauft. Das finnische Entwicklerstudio hat bereits Mobilspiele für Netflix-Marken entwickelt, darunter "Stranger Things: Puzzle Quest" und "The Walking Dead: Out World".

Im Januar verzeichnete Apptopia acht Millionen Netflix-Spieledownloads, während Daten des Analyseunternehmens Sensor Tower zeigen, dass die Gesamtzahl der Downloads im Juni bei 13 Millionen lag. Abonnenten von Android-Geräten können auf die Spiele kostenlos über die Netflix-App oder den Google Play Store zugreifen und sie herunterladen, während die Regeln von Apple vorschreiben, dass Netflix die Nutzer von Apple-Geräten zum Download auf den App Store verweist.

Netflix hat im April zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt Abonnenten verloren und zwischen Mai und Ende Juni weltweit weitere 1,3 Millionen. Der Kundenschwund war aber geringer als erwartet. Im laufenden Quartal wird ein Abo-Wachstum erwartet.

Vor allem wenn es für Netflix darum geht, Wege zu finden, mehr Geld mit den Abonnenten zu verdienen, als nur die Preise für die bereits vorhandenen Videodienste zu erhöhen, könnte das Spieleangebot des Streaminganbieters eine immer wichtigere Rolle spielen. Netflix plant zudem die Einführung eines werbefinanzierten Abomeodells bis Anfang 2023 und prüft auch Möglichkeiten, gegen die gemeinsame Nutzung von Passwörtern vorzugehen. Eine entsprechende Initiative geht in die Testphase.

(akn)