Netflix will Passwort-Weitergabe eindämmen

Jeder 3. Netflix-Kunde gibt die Zugangsdaten weiter, obwohl sich nur Familienmitglieder Abos teilen dürfen. Nun testet Netflix Abo-Bestätigungen.

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Zwei alte Fernseher

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Frank Schräer

Seit wenigen Tagen werden einige Netflix-Nutzer per Einblendung zur Bestätigung ihres Abonnements aufgefordert. Wer die Hürde nicht überwindet, soll ein Probe-Abo abschließen. Netflix bestätigt dies gegenüber CNBC als einen Teil Hunderter Tests mit ausgewählten Kunden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Nutzer des Netflix-Kontos auch autorisiert sind.

Netflix erlaubt die gemeinsame Nutzung eines einzelnen Abonnements unter Familienmitgliedern. Die Nutzungsbedingungen erklären ausdrücklich, dass der Netflix-Dienst und die Inhalte "nicht an Personen außerhalb Ihres Haushalts weitergegeben werden" dürfen. Marktforscher haben laut CNBC herausgefunden, dass 33 Prozent aller Netflix-Abonnenten ihre Zugangsdaten mit mindestens einer haushaltsfremden Person geteilt haben.

Jetzt berichten einzelne Netflix-Nutzer von einer Warnmeldung auf dem Fernseher. Demnach sollen sie ein eigenes Netflix-Konto anlegen, wenn sie nicht zum Haushalt dieses Abonnements gehören. Falls doch, können sie dies per E-Mail oder SMS bestätigen lassen.

Ob Netflix diesen Test auf mehr Nutzer und weltweit ausweiten wird, wollte das Unternehmen nicht sagen. Auch ist unklar, ob alle Netflix-Nutzer eines Haushalts in diesem Test dieselbe IP-Adresse verwenden müssen. Netflix ermöglicht beim Standard-Tarif die Nutzung auf zwei Geräten gleichzeitig.

In der Vergangenheit ist der Streaming-Anbieter kaum gegen unerlaubte Weitergabe der Zugangsdaten vorgegangen. Das Wachstum bei Nutzern und Aktienkurs hat bislang keine Dringlichkeit erzeugt, dem verlorenen Umsatz nachzurennen.

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Netflix hat Anfang dieses Jahres zwar die Zahl von 200 Millionen Abonnenten weltweit überschritten und ist mit weitem Abstand Marktführer, aber die Konkurrenz unter den Streaming-Anbietern hat zugenommen. So hat Disney+ gerade erst die Marke von 100 Millionen Bezahlabos geknackt – nur rund 16 Monate nach dem Start im November 2019. Disney+ ist bislang auch erst in 59 Ländern zu empfangen und hat deshalb noch hohes Wachstumspotenzial. Schließlich ist Netflix bereits in über 190 Ländern verfügbar.

(fds)