Netzwerk-Ausrüster Cisco schwächelt trotz Boom beim Datenverkehr

Cisco kann anscheinend nicht vom Boom des Datenverkehrs durch Homeoffice und Videokonferenzen profitieren.

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(Bild: thetahoeguy/Shutterstock.com)

Von
  • Jürgen Kuri

Der Netzwerk-Spezialist Cisco hat die Anleger mit seiner Prognose für das laufende erste Quartal des Cisco-Geschäftsjahrs 2021 (das am 26. Juli begann) enttäuscht. Der Konzern rechnet mit einem Umsatzrückgang zwischen neun und elf Prozent – Analysten hatten mit einem geringeren Minus gerechnet. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel am Mittwoch zeitweise fast sieben Prozent.

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Angesichts der schwachen Prognose scheint Cisco nicht von der Zunahme des Datenverkehrs durch Heimarbeit und Videokonferenzen in der Corona-Krise profitieren zu können. Auch scheint Cisco im Markt mit seinen Videokonferenz- und Telepräsenz-Lösungen nicht so erfolgreich zu sein, wie sich das Unternehmen erhofft hat – auch wenn Cisco bei seinen Angeboten in letzter Zeit immer wieder nachgebessert hat, um unter anderem mit der Konkurrenz der Videokonferenz-Webplattformen mitzuhalten. Der Netzwerkausrüster könnte zudem zu spüren bekommen, dass der erste große Investitions-Schub in der Branche vorbei ist. Ein großer Teil der Cisco-Erlöse kommt traditionell von Behörden sowie von kleinen und mittleren Unternehmen.

In dem Ende Juli abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal 2020 sank der Cisco-Umsatz im Jahresvergleich um 9,5 Prozent auf knapp 12,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn verbesserte sich unterdessen unter anderem dank niedrigerer Kosten um 19,5 Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn sank im Jahresvergleich dagegen um 12 Prozent auf 3,2 Milliarden US-Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2020 ging der Umsatz (unter Ausschluss der verkauften Sparte "Service Provider Video Software Solutions") um 5 Prozent auf 49,3 Milliarden US-Dollar zurück, der Gewinn sank um 4 Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar.

Im vierten Quartal 2020 sank der Produktumsatz um 13 Prozent, während der Umsatz mit Dienstleistungen gleich blieb. Im Produktbereich konnten Sicherheitslösungen um 10 Prozent zulegen, bei Infrastruktur-Plattformen (Switches, Router, etc.) verzeichnete Cisco einen Umsatzrückgang um 16 Prozent, bei Anwendungen um 9 Prozent.

Cisco-Chef Chuck Robbins gewinnt den Zahlen insofern positive Signale ab, als dass Cisco zum Ende des Geschäftsjahres seine Abhängigkeit von Hardware-Verkäufen weiter reduziert habe; mehr als die Hälfte des Umsatzes mache man mittlerweile mit Software und Dienstleistungen. "Für die Zukunft richten wir unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung stärker auf neue Bereiche aus, um den Kunden die beste und brauchbarste Technik mit einfacheren, leichter einsetzbaren Methoden zu liefern."

(jk)