Neue Fernzüge der Bahn sollen funkdurchlässige Scheiben bekommen

Bisher sperrten die Zugfenster bei der Deutschen Bahn Mobilfunkwellen aus. Bei den neuen Fernzügen soll das jetzt anders sein.

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ICE 4 - Baureihe 412

(Bild: MediaPortal der Deutschen Bahn)

Von
  • dpa

Die Deutsche Bahn verkündet an diesem Mittwoch weitere Milliardeninvestitionen in den Ausbau der eigenen ICE-Flotte. Für einen besseren Mobilfunkempfang für die Fahrgäste sollen die neuen Züge erstmals mit sogenannten frequenzdurchlässigen Scheiben ausgestattet sein, wie zuvor bekannt wurde.

Bisher sind alle Fenster mit einer wärmeisolierenden Metallschicht ausgestattet, die aber auch Mobilfunkwellen aussperrt. Das Signal wird deshalb über sogenannte Repeater ins Innere der Züge geleitet. Bei den neuen Scheiben ist die Metallschicht so abgeschliffen, dass sie sämtliche Mobilfunkfrequenzen durchlässt.

Das hat einige Vorteile: Zum einen sind die Fenster deutlich weniger wartungsanfällig. Zum anderen sind sie laut Bahn kompatibel mit allen Mobilfunkstandards und müssen nicht um- oder nachgerüstet werden – etwa wenn bald der neue Standard 5G ausgebreitet wird.

Trotz einbrechender Fahrgastzahlen in der Corona-Krise will der bundeseigene Konzern am Ausbau der Kapazitäten im Fernverkehr festhalten. Neben der schon vor Jahren getätigten Bestellung von 137 neuen ICE-4-Zügen, von denen rund 50 ausgeliefert sind, kaufte der Konzern Ende des vergangenen Jahres 17 gebrauchte Doppelstockzüge von der Westbahn.

Zudem stimmte der Aufsichtsrat der Anschaffung von 30 weiteren Hochgeschwindigkeitszügen für den Fernverkehr zu. Der eine Milliarde Euro schwere Auftrag umfasst Züge der ICE-3-Reihe, von denen die ersten Ende 2022 auf die Schiene kommen sollen, wie beide Unternehmen am Mittwoch in Berlin mitteilten. 13 000 zusätzliche Sitze sollen dann zur Verfügung stehen. Zudem sichert sich die Bahn eine Option auf 60 weitere Fahrzeuge.

Die neuen Züge sollen zunächst auf Strecken zwischen Nordrhein-Westfalen und München eingesetzt werden. "In den nächsten Jahren wächst die gesamte DB-Flotte im Fernverkehr um 20 Prozent", teilte Bahn-Chef Richard Lutz mit. "Auch wenn die Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie stark zurückgegangen ist, spricht auf längere Sicht alles für die klimafreundliche Schiene." Bauen will Siemens die Fahrzeuge an Standorten in Bayern, NRW und Österreich.

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(axk)