Neue Regeln für ein besseres Klima in der Wikipedia

Die Wikimedia-Stiftung will neue Regeln gegen Diskriminierung und Belästigung in der Online-Enzyklopädie schaffen.

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Manche beklagen eine toxische Atmosphäre in der Wikipedia – die Stiftung will nun den Detox verordnen.

(Bild: mrlenis1983 / Shutterstock.com)

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Der Vorstand der Wikimedia Foundation hat beschlossen, neue Regeln gegen Diskriminierung und Belästigung in Wikipedia und den Schwesterprojekten zu schaffen. "Der Vorstand glaubt nicht, das wir bisher genug Fortschritte erreicht haben, um eine willkommende, inklusive und belästigungsfreie Atmosphäre zu schaffen, in der jeder produktiv beitragen und konstruktiv debattieren kann", heißt es in der vergangenen Woche verabschiedeten Resolution.

Die Stiftung soll nun allgemeinverbindliche Regeln aufstellen, die einen klaren Sanktionsprozess enthalten sollen. Damit sollen Nutzer auch ausgeschlossen werden können, wenn sie eine "toxische" Arbeitsatmosphäre schaffen. Bis Ende August soll die Verwaltung der Stiftung ein Regelwerk für Veranstaltungen entwerfen, an denen Freiwillige teilnehmen. Bis Ende des Jahres soll dann auch ein Regelwerk für die Plattformen stehen.

Obwohl die Wikimedia Foundation offiziell Träger der Wikipedia ist, bleibt die Arbeit auf der Plattform selbst weitestgehend den freiwilligen Autoren und Administratoren überlassen. Die Stiftung mit Sitz in San Francisco kümmert sich um administrative Belange, wie die Software-Entwicklung und das Hosting, aber auch die Organisation von Community-Treffpunkten und Veranstaltungen.

Diese Arbeitsteilung sorgte zum einen für den gewaltigen Erfolg der Online-Enzyklopädie, die seit mehr als einem Jahrzehnt zu den Top 10-Webangeboten gehört. Allerdings kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Stiftung und Community. So sorgte im vergangenen Jahr der Ausschluss eines besonders schwierigen aber auch sehr produktiven Nutzers zu heftigen Streitigkeiten.

Seit Jahren bemüht sich Wikimedia Foundation um eine inklusivere Atmosphäre in der Wikipedia. So setzte sie auch gegen anfänglichen Community-Widerstand einen einfacher zu bedienenden Artikel-Editor durch und ergänzte die Plattform um die Möglichkeit, anderen Nutzern Dank für ihre Beiträge auszusprechen.

Analysen zeigen, dass ein großer Teil der freiwilligen Autoren Männer sind – trotz zahlreicher Initiativen, den Anteil der Frauen zu erhöhen. Als eine mögliche Erklärung wird die zuweilen toxische Arbeitsatmosphäre gesehen, in der Recht zu haben zum Teil als Leistungssport ausgeübt wird. Externe Versuche, die Wikipedia zu politisieren, verschleißen zusätzlich Ressourcen.

(vbr)