Neuer Supercomputer Levante in Hamburg eingeweiht

Die Rechenanlage unterstützt Deutschlands Klimaforschung. Die Rechenleistung ist fein, aber die Stromrechnung wollen wir nicht haben.

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Computerschränlke in dunklem Gang

In solchen Schränken ist Levante verbaut. Der Supercomputer arbeitet gerne im Halbdunkeln.

(Bild: DKRZ)

Von
  • Daniel AJ Sokolov

Das Deutsche Klimarechenzentrum (DKRZ) in Hamburg hat seinen Hochleistungsrechner namens Levante (HLRE-4) offiziell eingeweiht. Er soll umfassendere, höher aufgelöste und bessere Klimaprojektionen ermöglichen, sagte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) bei der Einweihung am Donnerstag. Der Rechner werde die internationale Spitzenstellung Deutschlands in der Klimaforschung festigen.

Die Anlage ist ein Atos BullSequana XH2000 mit 2832 Rechnerknoten mit jeweils zwei Prozessoren, die zusammen 14 Billiarden mathematische Operationen pro Sekunde (14 Petaflops) ausführen können. In Summe hat der Supercomputer 370.000 Rechenkerne. Die Festplatten sind auf 170 Petabyte ausgelegt, der Arbeitsspeicher fasst 815 Terabyte. Dieser Teil der Anlage wurde bereits im März in Betrieb genommen.

Über den Sommer sind 60 GPU-Knoten hinzugekommen, die je zwei Prozessoren des Typs AMD 7713 (mit je 512 Gigabyte Hauptspeicher) und je vier Nvidia A100 GPUs (56 Knoten mit 80 Gigabyte lokalem Speicher pro GPU, vier Knoten mit 40 Gigabyte pro GPU) aufweisen. Mit zirka 30 Terabyte Hauptspeicher und fünf Terabyte Grafikspeicher schaffen die GPU-Knoten zusammen 2,8 Petaflops. Die GPU sollen insbesondere bei Machine Learning reüssieren.

Levante zieht bis zu zwei Megawatt Strom und hat eine Hochtemperaturflüssigkeitskühlung. Der HLRE-4 ist bereits die sechste Rechnergeneration in der Geschichte des Deutschen Klimarechenzentrums, sagte Geschäftsführer Thomas Ludwig. Die Anlage hat rund 32 Millionen Euro gekostet, das gesamte Projekt mit Ein- und Umbauten beläuft sich auf nicht weniger als 45 Millionen Euro.

Die Anlage werde im nächsten Jahr "unter günstigen Voraussetzungen" Stromkosten von fünf Millionen Euro verursachen, sagte Ludwig. Immerhin sei der Supercomputer energieeffizienter als das 2015 errichtete Vorgängersystem Mistral. Die Abwärme werde jetzt zum Heizen von Labors und benachbarten Gebäuden der Universität Hamburg genutzt. In fünf Jahren werde wieder ein neuer Rechner erforderlich sein. Mistral muss jetzt als Elektroschrott entsorgt werden. (mit Material der dpa)

(ds)