Neues Apple-Bildformat lässt Prüfungen platzen

Sogenannte Advanced-Placement-Tests für College-Bewerber in den USA gingen schief, weil die zuständige Institution nicht mit HEIF-Bildern umgehen kann.

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iPhone

iPhone-Nutzer vor einem iPhone.

(Bild: dpa, picture alliance / dpa)

Von
  • Ben Schwan

Apple setzt seit iOS 11 verstärkt auf das 2013 zum Standard erhobene Kompressionsformat High Efficiency Image File Format (HEIF). Bilder, die mit dieser Technik aufgenommen wurden, sollen nur noch halb so viel Platz wegnehmen wie reguläre JPEGs.

Das Problem: Bei weitem nicht alle externen Programme können mit dem Format, das bei Apple unter ".heic" läuft (da es zusätzlich noch durch einen HEVC-Encoder geschickt wird), etwas anfangen.

Das zeigte sich nun in den Vereinigten Staaten bei einer wichtigen Prüfung, den sogenannten Advanced-Placement-Tests des College Boards, mit denen High-School-Schüler ihre Chancen auf einen Hochschulplatz erhöhen können. In Corona-Zeiten wird die Prüfung digital durchgeführt. Die Schüler müssen dabei ihre geschriebenen Antworten mit ihrem Smartphone fotografieren und diese dann auf den College-Board-Server hochladen.

Das Problem: Die Website der Organisation kommt aktuell nicht mit .heic-Dateien zurecht, wie das IT-Blog The Verge berichtet. Der Ladevorgang ging nicht weiter, während gleichzeitig die Zeit für die Fertigstellung der Prüfung weiterlief. Ein betroffener Schüler aus Los Angeles muss deshalb nun den Test in einigen Wochen wiederholen. Er sei nur "einer von vielen High-School-Schülern im Land", die mit den Advanced-Placement-Tests Probleme gehabt hätten, so The Verge. In allen Fällen sei das Bildformat schuld gewesen.

Laut Angaben des College Board werden offiziell nur JPEGs und PNGs zugelassen, doch viele Schüler hatten dies nicht gelesen. Neben iPhones sind auch neuere Android-Geräte betroffen – so setzt Samsung mittlerweile auch auf HEIC-Bilder. Das College Board ist aber bei weitem nicht der einzige Serverbetreiber, der nur mit JPEGs und PNGs umgehen kann. So kommt etwa der Slack-Client noch nicht mit dem Format zurecht. Dem College Board zufolge sei es "der großen Mehrheit der Schüler" gelungen, ihre Ergebnisse hochzuladen.

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Allerdings gab es eine Ausfallrate von "unter ein Prozent". Wegen HEIF dürfen also mehrere tausend Betroffene den Test in einigen Wochen wiederholen. Man "teile die tiefe Enttäuschung", so das College Board. Um das Problem zu beheben, muss man das Bildformat auf seinem Gerät umstellen. Bei Apple-Handys geht dies über die Systemeinstellungen und den Bereich Formate unter Kamera.

(bsc)