Neues Planetarium in Ex-Gasometer in Halle nimmt Gestalt an
Sterngucker müssen sich gedulden: Am neuen Planetarium in Halle wird noch gebaut. Es soll ein Hingucker werden – allein schon von der Architektur her.
Modellgrafik vom Planetarium im Gasometer
(Bild: Stadt Halle)
Das neue Planetarium in Halle nimmt nach der äußeren Hülle nun auch im Inneren immer mehr Gestalt an. Aus 144 Aluminium-Segmenten wurde die Sternenkuppel installiert, gebaut von einer Spezialfirma aus den USA, wie ein Sprecher der Projektsteuerungsfirma sagte.
Die Kuppel mit einem Durchmesser von zwölf Metern werde 110 Menschen Platz bieten. Zudem sind Räume für die multimediale Technik, ein Hörsaal, Seminarräume und ein Café geplant. Den Baufortschritt kann man in einer umfangreichen Bilderstrecke auf der Website des Planetariums mitverfolgen.
Eines der modernsten Planetarien Europas
Die äußere Hülle für das neue Planetarium bildet der sanierte Backsteinbau eines früheren Gasometers aus dem 19. Jahrhundert. Es soll in etwa einem dreiviertel Jahr öffnen und eines der modernsten Planetarien in Europa sein, erklärte der Firmensprecher. "Wir werden schätzungsweise zwischen April und Juni 2022 eröffnen können."
Ursprünglich war die Eröffnung noch in diesem Jahr geplant. "Bei einem so hoch technisierten Bau ist es immer schwierig, den genauen Zeitpunkt festzulegen", sagte der Firmensprecher. Zudem seien die ursprünglich geplanten Baukosten von 14,6 auf etwa 21 Millionen Euro gestiegen. Grund sei die Corona-Krise, verbunden mit höheren Preisen für Baumaterialien.
Streit um Namensgebung
Der Neubau des Planetariums in dem Rundbau des einstigen Gasometers gilt als Ersatz für das vor acht Jahren beim Hochwasser der Saale auf der Peißnitzinsel schwer beschädigte und später abgerissene Raumflugplanetarium "Sigmund Jähn". Im Jahr 2014 entschied sich die Stadt für den neuen Standort. Das Geld kommt aus dem Flutmittel-Fonds von Bund und Ländern.
Anfang 2021 stimmte der Stadtrat von Halle im Streit um den Namen für den Neubau für "Planetarium Halle (Saale)". Die Gegner einer Beibehaltung des vorherigen Namens führten an, dass Jähn ein Repräsentant des DDR-Regimes gewesen sei. Jähn flog 1978 als erster Deutscher in den Weltraum.
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(tiw)