Neun-Euro-Ticket 21 Millionen Mal gekauft

Seit Verkaufsstart für das 9-Euro-Ticket wurde so viele davon verkauft, wie sich der Verband der Verkehrsunternehmen erhofft hatte.

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(Bild: VDV)

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  • Andreas Wilkens

Vom Neun-Euro-Ticket wurden seit dem Verkaufsbeginn Ende Mai 21 Millionen Stück gekauft. Das hat der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) bekannt gegeben, der auch durch herausgefunden gefunden hat, dass die Mehrheit der Fahrgäste das Ticket für alltägliche Fahrten wie Arztbesuche, Shopping oder allgemeine Erledigungen nutze.

Vor der Rabattaktion für den ÖPNV, die mit dem 1. Juni begann, war der VDV von 30 Millionen Nutzern ausgegangen und hatte dabei die 10 Millionen ÖPNV-Dauerkarten eingerechnet, deren Preis sich für die Aktionszeit auf 9 Euro verringern. Die Prognose sei nun aufgegangen, schreibt der VDV. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte vor Kurzem die Zahl 26 Millionen verkaufter Neun-Euro-Tickets genannt. Allerdings ist unklar, auf welche Berechnungsgrundlage sie sich bezieht.

In seiner Marktforschung, die der VDV zusammen mit der Deutschen Bahn mit 6000 Interviews wöchentlich betreibt, haben nach VDV-Angaben 53 Prozent der Nutzer des Neun-Euro-Tickets angegeben, sie würden damit alltägliche Fahrten absolvieren. 39 Prozent fahren damit zur Arbeit, zur Ausbildungsstätte oder zur Schule. 33 Prozent nutzen das Ticket für Ausflugsfahrten, 14 Prozent für die Fahrt in den Urlaub oder Kurzurlaub. "Nach den Feiertagen wie Pfingsten oder Fronleichnam und mit zunehmender Nutzungsdauer wird das Angebot inzwischen also überwiegend für Alltagsfahrten und Arbeitswege genutzt", fasst der VDV zusammen.

VDV-Präsident Ingo Wortmann freut sich über die Zahlen, weist aber darauf hin, dass seine Branche nach dem 31. August, wenn das Neun-Euro-Ticket ausläuft, Finanzierungssicherheit brauche. "Die Kosten der Verkehrsunternehmen explodieren durch die steigenden Strom- und Dieselpreise. Wenn hier keine Lösungen gefunden werden, dann reden wir entweder über notwendige deutliche Preissteigerungen oder über Angebotseinschränkungen im ÖPNV", sagte Wortmann.

Eine Analyse des Navigationsspezialisten TomTom hat ergeben, dass in 23 von 26 untersuchten Städten im Berufsverkehr auf den Straßen weniger los war als vor der Einführung des 9-Euro-Tickets. Am stärksten wurden die Straßen in Wiesbaden (13 Prozent) und Hamburg (14 Prozent) entlastet. In Karlsruhe blieb das Stauniveau ungefähr gleich, nur in Nürnberg und Kiel nahmen die Verkehrsbehinderungen nach der Einführung des vergünstigten Tickets weiter zu.

Eine Verlängerung der Rabattaktion haben die FDP-Minister Wissing und Christian Lindner ausgeschlossen. Möglicherweise arbeitet die Bundesregierung an einem Konzept für ein ÖPNV-Dauerticket, doch dazu wollten sich das Verkehrs- und das Wirtschaftsministerium gegenüber heise online nicht konkret äußern.

(anw)