Niantic entwickelt eigenes soziales Netzwerk und visuelle AR-Lokalisierung

Die Macher von "Pokémon Go" binden Messenger-Funktionen in ihre Spiele ein. Eine visuelle Form des GPS soll zentimetergenaue Lokalisierung für AR ermöglichen.

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Niantics Lightship VPS Konzept im Park

(Bild: Niantic)

Von
  • Frank Schräer

Die Entwickler des beliebten Smartphone-Spiels "Pokémon Go", Niantic, starten ein eigenes soziales Netzwerk für die Nutzer ihrer Apps. Bei "Campfire" (Lagerfeuer) können sich Spieler unter anderem ihre Position auf der Karte anzeigen und sich für Events verabreden. Während der Dienst zunächst für die bei Niantic entwickelten Spiele zur Verfügung stehen wird, sollen davon später auch Entwickler profitieren, die ihre Apps auf Niantics Technik-Plattform aufsetzen.

Das 2016 gestartete "Pokémon Go", bei dem Spieler mit dem Smartphone kleinen animierten Monstern hinterherjagen, befeuerte den Boom bei Apps, die auf dem Bildschirm digitale Inhalte in reale Umgebungen integrieren. Man spricht dabei von "erweiterter Realität" (Augmented Reality, AR). Niantic setzt die Technik auch für andere Spiele bekannter Lizenzen wie "Harry Potter" ein, aber etwa zweieinhalb Jahre nach Einführung wurde "Wizard Unite" Anfang dieses Jahres abgeschaltet.

Niantic-Chef John Hanke sieht die Technologie als Gegenentwurf zum Konzept einer virtuellen "Metaverse"-Welt von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. "Wir wollen Technologie nutzen, um der Welt etwas Magie hinzuzufügen", sagte Hanke am Dienstag. "Wir wollen uns dabei nicht in den Weg stellen, die Welt ist ein ziemlich cooler Ort." Hanke hofft stark auf AR-Brillen, bei denen digitale Inhalte direkt ins Blickfeld der Nutzer eingeblendet werden.

Die hauseigene AR-Technologie baut Niantic mit der Fähigkeit aus, die Position eines Nutzers an einem Ort bis auf den Zentimeter genau zu bestimmen, wie Niantic am Dienstag ankündigte. Möglich wird das durch Scans der Umgebungen und 3D-Modelle, sodass die Kamera erkennen kann, wo sich das Smartphone gerade befindet. Niantic fordert seine Spieler bereits seit einiger Zeit dazu auf, bestimmte Orte bildlich festzuhalten und die Bilder einzusenden.

Mit der Technik namens "Lightship VPS" (Visual Positioning System) sollen eingeblendete digitale Objekte präziser an die Umgebung angepasst werden und mit ihr interagieren. Auch können virtuelle Objekte in den Apps für mehrere Nutzer an exakt demselben Ort angezeigt werden. Die Funktion ist zunächst an mehr als 30.000 öffentlich zugänglichen Orten in Städten wie San Francisco, Los Angeles, New York, Seattle, London und Tokio verfügbar und soll bis Jahresende auf mehr als 100 Städte weltweit ausgeweitet werden. (mit Material der dpa) /

(fds)