Nintendo Switch: Hack-Anbieter Bowser zahlt 10 Millionen US-Dollar Strafe

Der Anführer der Hacker-Gruppe Xecuter zahlt 10 Millionen US-Dollar an Nintendo. Er hatte Hacking-Tools für die Nintendo Switch verkauft.

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(Bild: Marharyta M/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Der kanadische Hacker Gary Bowser zahlt 10 Millionen US-Dollar Strafe an Nintendo. Einer entsprechenden außergerichtlichen Einigung beider Parteien hat der zuständige District Court in Washington nun stattgegeben. Bowser hatte Hacking-Kits für die Nintendo Switch verkauft, die den Kopierschutz der Konsole ausschalten können.

Das Gericht untersagte es Bowser außerdem, derartige Hacking-Kits für Spielkonsolen weiter anzubieten und Nintendos Copyright zu verletzen. Bowser war in einer separaten staatlichen Anklage bereits zu einer Strafe von 4,5 Millionen US-Dollar verurteilt worden. Außerdem drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft, berichtet Eurogamer. Zuvor hatte Bowser sich schuldig bekannt.

Gary Bowser war jahrelang Anführer der bekannten Hacker-Gruppe Team Xecuter. Gemeinsam mit weiteren Personen soll Bowser einen internationalen Piraterie-Ring betrieben und dabei insbesondere Switch-Konsolen ins Visier genommen haben.

Tatsächlich seien fast 90 Prozent der gehackten Switch-Konsolen auf Xecuter zurückzuführen, schreibt Nintendo in der Klageschrift, die das US-Spielemagazin Polygon veröffentlicht hat. Xecuter entwickelte unter anderem die SX-Kits, die aus einem Hacking-Gadget und einem freigeschalteten Betriebssystem bestehen. Mit dieser Kombination können Besitzerinnen und Besitzer einer Nintendo Switch den Kopierschutz ihrer Konsole umgehen und Raubkopien auf ihnen abspielen.

Festgenommen wurde Gary Bowser im vergangenen Oktober in der Dominikanischen Republik, bevor er an die USA ausgeliefert wurde. Seitdem befindet sich der Kanadier in Gewahrsam.

Im vergangenen Jahr hatte Nintendo mehrere Anbieter der Hacking-Kits von Xecuter verklagt. Die Webseiten sollten den Verkauf der USB-Kits zum Hacken von Switch-Konsolen einstellen und Schadensersatz für bereits verkaufte Exemplare zahlen, forderte das japanische Unternehmen. Der Betreiber der Seite "UberChips" zahlte Nintendo schließlich 2 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Auch in diesem Fall hatten sich die Parteien außergerichtlich geeinigt.

(dahe)