Nokia startet besser als erwartet ins Jahr​

Der finnische Netzwerkausrüster wächst dank einer starken Infrastruktursparte und setzt auch auf eine Belebung des Mobilfunkgeschäfts durch 5G.

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(Bild: RistoH/Shutterstock.com)

Von
  • Volker Briegleb

Der Netzwerkausrüster Nokia hat im ersten Quartal von einer sehr hohen Nachfrage in der Infrastruktursparte profitiert. Schleppender verlief dagegen das Geschäft im Bereich Mobilfunk. Konzernweit legte der Umsatz um drei Prozent auf 5,1 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am Donnerstag im finnischen Espoo bei Helsinki mitteilte.

Nokias um Sondereffekte bereinigter operativer Gewinn war mit 551 Millionen Euro fast fünfmal so hoch wie vor einem Jahr. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Experten deutlich. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 263 Millionen Euro nach einem Verlust von 115 Millionen Euro in der Vorjahresperiode.

Der Umsatz des Mobilfunkgeschäfts ging im gleichen Zeitraum von 2,35 Milliarden Euro um 4 Prozent auf 2,26 Milliarden Euro zurück, blieb bereinigt um Währungseffekte aber stabil. Nokia zeigt sich angesichts der weltweit angelaufenen Ausbaus mit 5G zuversichtlich. Der Ausrüster stellt das Produktportfolio derzeit auf die eigenen ReefShark-Chipsätze um und verspricht sich davon auch eine verbesserte Profitabilität.

Die Infrastruktursparte blickt dank hoher Nachfrage auf ein starkes Quartal zurück. Der Umsatz mit Netzwerkkomponenten stieg im Jahresvergleich von 1,42 Milliarden Euro auf 1,73 Milliarden Euro. Weniger gut läuft es in der Cloud. Der Umsatz mit Cloud und anderen Dienstleistungen ging von 744 Millionen Euro im Vorjahr auf 674 Millionen Euro zurück. Der Beitrag des Lizenzgeschäfts stieg von 347 Millionen Euro auf 365 Millionen Euro.

Nokia-Chef Pekka Lundmark bestätigte die Prognosen für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele. Nokia hatte Mitte März den Abbau von bis zu 10.000 der derzeit rund 90.000 Arbeitsplätze angekündigt. Damit sollen die Kosten bis Ende 2023 um 600 Millionen Euro gesenkt werden.

Nokia war im Januar eines derjenigen Unternehmen, deren Aktien wegen Käufen durch Privatanleger, die sich über das Forum "WallStreetBets" auf der Online-Plattform Reddit organisierten, schlagartig in die Höhe getrieben wurden. Der Nokia-Kurs schnellte damals innerhalb weniger Tage um fast die Hälfte auf fast fünf Euro nach oben – inzwischen ist der Kurs auf 3,57 Euro gefallen. Damit notiert die im März aus dem EuroStoxx 50 geflogene Aktie aber immer noch rund 13 Prozent über dem Niveau von Ende 2020 (mit Material der dpa).

(vbr)