Nord Stream 1: Betreiber darf jetzt auch in dänischen Gewässern untersuchen

Die Nord Stream AG darf sich jetzt auch in dänischen Gewässern ein Bild von den Schäden an Nord Stream 1 machen. Eine Genehmigung liegt jetzt vor.

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(Bild: Schwedische Küstenwache)

Die Nord Stream AG hat laut Medienberichten jetzt auch die Erlaubnis für dänische Gewässer erhalten, um Schäden an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 1 zu untersuchen. Zuvor hatte das mehrheitlich in russischem Besitz befindliche Betreiberunternehmen mit Sitz in der Schweiz bereits die Lecks in schwedischen Gewässern in Augenschein genommen.

Ein Sprecher der dänischen Geodatenbehörde bestätigte heise online auf Anfrage, dass die Behörde einen Antrag der Nord Stream AG auf hydrografische Vermessung bearbeitet hat. Der Antrag beziehe sich auf die Möglichkeit des Unternehmens, den Bereich um das Leck an der Pipeline in der dänischen AWZ in der Ostsee zu vermessen. Eine Anfrage von heise online hat die Nord Stream AG bislang noch nicht beantwortet.

Insgesamt wurden Ende September nach einem massiven Druckabfall nahe der dänischen Insel Bornholm vier Leckstellen gesichtet, aus denen Erdgas austrat, das an die Meeresoberfläche strömte. Die Schadstellen befinden sich in den ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) von Schweden und Dänemark. Die Behörden der Länder hatten zunächst abgewartet, bis der Gasaustritt versiegte und dann eigene Untersuchungen unternommen. Bis auf die Information, dass von schwerer Sabotage und Explosionen am Meeresgrund als Ursache ausgegangen wird, haben sie sich bis heute nicht weiter dazu geäußert. Auch zur Frage, wer dafür verantwortlich ist, gibt es von den Ermittlern bislang keine Aussage.

Die Nord Stream AG, ein Konsortium aus Gazprom und mehreren europäischen Energiekonzernen, erhielt Ende Oktober zunächst die Erlaubnis, die Schäden in schwedischen Gewässern in Augenschein zu nehmen. Diese wurde laut dem dänischen Rundfunk von einem russischen Spezialschiff vorgenommen. Das Unternehmen berichtete anschließend von Zerstörungen auf einer Länge von 250 Metern und tiefen Kratern von mehreren Metern Tiefe.

Die Karte zeigt den Verlauf der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1

(Bild: Nord Stream AG)

Auch die Pipeline Nord Stream 2, deren Betreiberfirma ausschließlich zur russischen Gazprom gehört, beabsichtigte, Schäden an ihrer Pipeline zu untersuchen. Nord Stream 2, die wie Nord Stream 1 mit einer Gesamtlänge von 1200 Kilometern zwischen Russland und Deutschland durch die Ostsee verläuft, soll nur an einem Strang beschädigt sein. Allerdings wurde die Pipeline nach ihrer Fertigstellung nicht für den Betrieb zugelassen und bis heute liegt laut einer Auskunft der deutschen Bundesregierung auch kein Antrag dazu vor. Bislang hat sich das Betreiberunternehmen von Nord Stream 2 nicht zu den bisherigen Ergebnissen geäußert.

Update

Ein Statement der dänischen Geodatenbehörde wurde ergänzt.

(mki)