Notebook-Boom in der Corona-Pandemie treibt Intel-Geschäft weiter an

Intel verkauft 40 Prozent mehr Notebook-CPUs als letztes Jahr, aber Geschäfte mit Rechenzentren gehen zurück. Umsatz und Gewinn bleiben auf Vorjahresniveau.

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Intel-Gebäude

(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Der Chip-Riese Intel profitiert weiterhin von der erhöhten PC-Nachfrage in der Corona-Pandemie. Intel verkaufte im vergangenen Quartal allein 40 Prozent mehr Notebook-Prozessoren als ein Jahr zuvor. Zugleich ging aber das Geschäft mit Rechenzentren im Jahresvergleich zurück. Trotzdem hebt Intel seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2021 etwas an und gibt einen kleinen Einblick in die aktuellen Fertigungsfortschritte.

Der Konzernumsatz blieb mit 19,6 Milliarden US-Dollar praktisch unverändert, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Auch der Gewinn lag mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 5,06 Milliarden Dollar fast auf Vorjahresniveau. Allerdings hatte Intel im April für das zweite Quartal einen Umsatz in Höhe von 18,9 Milliarden Dollar prognostiziert, also wurden die eigenen Erwartungen übertroffen.

Intels Bruttomarge hat sich sowohl auf Quartals- als auch auf Jahresbasis erholt. Mit 57,1 Prozent liegt sie fast 2 Prozentpunkte höher als im ersten Quartal und fast 4 Prozentpunkte höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Bruttomarge von Intel war in letzter Zeit stärkeren Schwankungen als üblich ausgesetzt – normalerweise sinkt sie bei Einführung neuer Produkte – aber jetzt ist sie angestiegen, da Intel ein sehr profitables Quartal verzeichnet.

Die Erlöse der PC-Sparte des Konzerns stiegen angesichts gesunkener Durchschnittspreise verkaufter Chips mit einem Plus von 6,4 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar deutlich weniger stark als die Stückzahlen. Der Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren sank binnen eines Jahres um 9,3 Prozent auf 6,45 Milliarden Dollar. Intel bekam zuletzt mehr Konkurrenz in dem Bereich – und sieht den in der Corona-Krise zunächst sprunghaft gestiegenen Bedarf an neuen Servern teilweise gesättigt.

Intel-Chef Pat Gelsinger erklärte im Rahmen der Verkündung der Quartalszahlen, dass Intel ausgezeichnete Fortschritte bei der Fertigung in 7-Nanometer-Technik mache. Intel fertigt außerdem aktuell mehr Chips im 10- als im 14-Nanometer-Prozess und damit verbessere sich die Wirtschaftlichkeit der Produktion. 10-Nanometer-Wafer würden jetzt 45 Prozent weniger kosten als letztes Jahr.

Angesichts der bereits angekündigten nächsten Prozessorgenerationen "Alder Lake" erwartet Gelsinger, dass bis Ende dieses Jahres bereits mehrere Millionen Exemplare ausgeliefert werden. Weiterhin bestätigte er, dass "Meteor Lake" Prozessoren wie vorgesehen 2023 in Produktion gehen werden. "Meteor Lake" sind Intels erste Chips aus der 7-Nanometer-Fertigung.

Für das im Juli angelaufene dritte Quartal erwartet Intel 19,1 Milliarden Dollar Umsatz, das wären 800 Millionen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für das Gesamtjahr 2021 hebt Intel seine Umsatzprognose von 77 auf 77,6 Milliarden Dollar. Trotz des positiven Ausblicks ließen Anleger die Intel-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise um gut zwei Prozent fallen. (mit Material der dpa) /

(fds)