Notebook-Nachfrage weiterhin hoch, Desktop-PCs deutlich rückläufig

Die Nachfrage nach Notebooks ist hoch und soll auch so bleiben. Desktop-PCs dagegen befinden sich auf dem absteigenden Ast, sagen Marktforscher von IDC.

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(Bild: TippaPatt/Shutterstock.com)

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  • Oliver Bünte

Das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) prognostiziert für das vierte Quartal 2020 eine Steigerung der Notebook- und Desktop-PC-Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zusammen 18,2 Prozent. Die durch die Corona-Pandemie seit etwa April getriebene Nachfrage nach mobilen Rechnern und Desktop-PCs für Homeoffice und Fernunterricht an Schulen und Universitäten soll sich der Analyse der Marktforscher nach auch 2021 fortsetzen. Für 2021 sieht die IDC dann ein Wachstum von 1,4 Prozent. Dabei zeige sich, dass besonders Notebooks gefragt sind, die Nachfrage nach Desktop-PCs sinke dagegen.

Zunächst waren die Markforscher davon ausgegangen, dass der monatelange Höhenflug bei den PC-Verkäufen ein schnelles Ende finden würde. "Anfang des Jahres sah es nach einem sechs Monate langen Schub für die Branche aus", sagt Ryan Reith, Analyst bei IDC. Nun zeige sich aber, dass der Aufschwung nachhaltiger ausfalle. IDC geht davon aus, dass es eine grundlegende Veränderung im Arbeitsleben zur Tendenz zum Homeoffice und in Schulen und Universitäten zu Fernunterricht gebe. Dies würde dafür sorgen, dass der Aufschwung bei den PC-Verkäufen weiter bis 2022 und darüber hinaus anhalte. Dabei stiegen nicht nur die PC-Verkäufe sondern auch der durchschnittliche Verkaufspreis an. Jitesh Ubrani, Research Manager bei IDC, geht davon aus, dass jede Person in einem Haushalt einen Rechner haben werde, wobei die Konsumenten teurere Geräte kaufen würden.

In den letzten Monaten gaben bei den PC-Verkäufen vor allem Notebooks den Ton an. Auch für das vierte Quartal 2020 sehen die IDC-Analysten die Verkäufe mobiler Rechner im Aufwind. So sollen die Notebook-Verkäufe gegenüber dem Vorjahr um 26,4 Prozent ansteigen, 2021 soll das Wachstum dann bei 3,2 Prozent liegen. Desktop-PCs sollen dagegen weniger gefragt sein. Die IDC rechnet 2020 mit einem Rückgang von 17,3 Prozent im Vergleich zu 2019. Insgesamt werden 2020 rund 15,5 Millionen Desktop-PCs und 215,8 Millionen Notebooks weltweit ausgeliefert, heißt es in der Analyse der IDC. Ein Gesamtwachstum von zusammen 11,2 Prozent.

Die mögliche Entwicklung des PC-Marktes von 2020 bis 2024 nach Ansicht der IDC.

(Bild: IDC)

Dabei gehe der Trend zu mobilen Rechnern auch in den Folgejahren weiter: Im Zeitraum von 2020 bis 2024 sollen die Auslieferungen von Notebooks um 4,5 Prozent ansteigen, die von Desktop-PCs um 5,6 Prozent schrumpfen. Insgesamt gebe es im betrachteten Zeitraum einen durchschnittlichen Anstieg bei den PC-Auslieferungen von 1,4 Prozent. Dabei werde sich der Markt jedoch zu 2024 hin wieder abschwächen, zeigen die prognostizierten Zahlen der IDC. Dann sollen 281,5 Millionen PCs im Vergleich zu 291,3 Millionen in 2020 ausgeliefert werden. 68,5 Millionen würden dann auf Desktop-PCs und 213 Millionen auf Notebooks entfallen.

Dass mobile Rechner gefragt sind, zeigten auch die Tablet-Verkäufe. Die IDC sieht hier 2020 einen Anstieg um 10 Prozent. Dafür würden vor allem die verschiedenen iPad-Linien von Apple sorgen. Android-Tablets würden dagegen lediglich in aufstrebenden Märkten eine Rolle spielen, in Bereichen, in denen es auf den Preis ankomme.

Noch im April hatte sich die IDC hinsichtlich der Entwicklung des PC-Marktes 2020 zurückhaltender geäußert. Wegen der Corona-Pandemie und den Werksschließungen in China erwarteten die Meinungsforscher Engpässe in der Lieferkette von Notebooks und Desktop-PCs. Außerdem sollte es durch die Krise zu einer Kaufzurückhaltung kommen, die sich erst langsam auflösen sollte.

(olb)