Notruf-SOS: Apple bestätigt Einführung des iPhone-Satellitendienstes im November

450 Millionen Euro hat Apple in seine Kooperation mit Satellitenbetreiber Globalstar investiert. Im November startet das iPhone-Notrufdienst.

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Bodenstation von Globalstar in den USA

Eine der Bodenstationen von Globalstar, die Apple für seinen neuen Notruf-SOS-Dienst für das iPhone nutzt.

(Bild: Apple)

Von
  • Malte Kirchner
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Seit der Vorstellung der neuen Funktion war es ruhig geworden um Notruf-SOS via Satellit: Jetzt hat Apple hat in einer Pressemitteilung bekräftigt, dass der neue Satellitendienst für das iPhone doch noch im November starten soll. Außerdem nennt das Unternehmen weitere Details zur Funktionsweise und den getätigten Investitionen. So habe Apple 450 Millionen US-Dollar in das Satellitennetzwerk und Bodenstationen investiert. Ein Großteil komme dabei Apples Partner, der Firma Globalstar, zugute.

Notruf-SOS ist eine Funktion, die von den neuen iPhones der 14er-Generation beherrscht wird. Nutzer sollen damit – zunächst nur in den USA und Kanada – auch in entlegenen Gebieten ohne Mobilfunkempfang oder WLAN Notrufe absetzen können. Das iPhone hat dazu entsprechende Sende- und Empfangstechnik eingebaut. Per Software wird der Nutzer angeleitet, das Gerät so in Richtung Himmel zu halten, dass das iPhone Kontakt zu den erdnahen Satelliten aufnehmen kann. Eine stark komprimierte Textnachricht soll über die Satelliten an Bodenstationen übermittelt werden, von wo aus Rettungskräfte alarmiert und über den Aufenthaltsort des Nutzers informiert werden. Neben der Kommunikation mit Notdiensten können iPhone-Benutzer auch über die Wo-Ist-App ihren Standort per Satellit mitteilen.

Die jetzige Pressemitteilung Apples bestätigt, dass Apple an seinem ursprünglichen Zeitplan mit der Einführung im November festhält. Zum anderen soll sie wohl auch eine innenpolitische Botschaft aussenden, dass Apple stark in die kritische Infrastruktur und im eigenen Land investiert. In der Vergangenheit war Apple verschiedentlich in den USA in die Kritik geraten, weil es in Fernost produzieren lässt und Gewinne in Übersee deponiert hat, ohne sie in den USA zu versteuern.

Der Notruf-Dienst, den Apple in Zusammenarbeit mit Globalstar realisiert, nutzt nach Aussage des Unternehmens das Spektrum der L- und S-Bänder, die von der ITU speziell für mobile Satellitendienste vorgesehen sind. Wenn ein iPhone-Benutzer einen Notruf über Satellit absetze, werde die Nachricht von einem der 24 Globalstar-Satelliten empfangen, die sich in einer niedrigen Erdumlaufbahn mit einer Geschwindigkeit von etwa 26.000 Kilometer pro Stunde bewegen. Der Satellit sendet die Nachricht dann an Bodenstationen, die sich an Punkten auf der ganzen Erde befinden.

Sobald die Nachricht von einer Bodenstation empfangen wurde, wird sie an eine Notrufzentrale weitergeleitet, die Hilfe schicken kann, oder an ein Relaiszentrum mit von Apple geschulten Mitarbeitern, falls die nächstgelegene Notrufzentrale keine Textnachrichten empfangen kann. Schon nach der Vorstellung der Funktion im September wurde über technische Details spekuliert.

Globalstar, das 300 Mitarbeiter für Apples Dienst einsetzt, habe für Apple seine Teams in Kalifornien vergrößert, Bodenstationen neu gebaut und vorhandene erweitert. Die Stationen verwenden neue Hochleistungsantennen, die speziell für Apple von Cobham Satcom entwickelt und hergestellt werden. Um die Zuverlässigkeit und Abdeckung zu erhöhen, wurden diese neuen Antennen in allen Globalstar-Bodenstationen weltweit installiert, einschließlich der neuen Bodenstationen in Nevada und Hawaii sowie der bestehenden Anlagen in Texas, Alaska, Florida und Puerto Rico. Mehrere Antennen an jeder Bodenstation kommunizieren mit den Satelliten und leiten die vom Nutzer bereitgestellten Informationen weiter.

Der neue Dienst soll in den ersten zwei Jahren kostenlos angeboten werden. Wie viel er danach kostet, hat Apple bislang nicht mitgeteilt. Auch einen Zeitplan für eine Erweiterung in weitere Länder und Europa hat Apple bislang nicht genannt.

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(mki)