Nuri: Südkorea stellt erste selbst entwickelte Trägerrakete für Satelliten vor

Mit der komplett selbst entwickelten Rakete Nuri will Südkorea am Geschäft mit Satellitenstarts mitverdienen. Ein Modell wird nun getestet.

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(Bild: IM_photo/Shutterstock.com)

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  • Martin Holland

Nach 11 Jahren Entwicklungszeit hat Südkorea am Dienstag erstmals ein Modell der ersten komplett selbst entwickelten Rakete Nuri vorgestellt. Nun soll sie ausgiebig getestet werden, bevor noch vor Ablauf des Jahres der erste Start erfolgen soll, berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Eine Testversion der Rakete wurde demnach zum Naro Space Center ganz im Süden des Landes transportiert und dort aufgerichtet. Bei den Tests soll nun etwa die Befüllung der Tanks und die Abtrennung von der Halterung geübt werden, heißt es weiter. Die Rakete, die dann in wenigen Monaten starten soll, wird demnach aktuell gebaut.

Nuri ("누리", koreanisch für "Welt") ist die zweite Trägerrakete aus Südkorea und Nachfolger von Naro-1 beziehungsweise KSLV-1 (Korea Space Launch Vehicle). Deren erste Stufe war aber eine modifizierte aus ursprünglich russischer Fertigung, erst Nuri ist nun eine komplette Eigenentwicklung. Es ist eine dreistufige Rakete, die auf ein Gesamtgewicht von über 150 Tonnen kommt, wie Koreas Luft- und Raumfahrtagentur Kari erläutert. Sie soll bald bis anderthalb Tonnen Nutzlast in den niedrigen Erdorbit (LEO) befördern und Südkorea einen Anteil am Geschäft mit Satellitenstarts sichern. Beim ersten Start im Oktober soll noch ein Testobjekt ins All gebracht werden, in einem Jahr dann ein 200 Kilogramm schwerer Satellit.

Die Nuri ist das Ergebnis eines ambitionierten Raketenentwicklungsprogramms für das Südkorea zwei Billionen Won (rund 1,5 Milliarden Euro) ausgegeben hat, wie Yonhap schreibt. Das Land will außerdem im kommenden Jahr einen Orbiter zum Mond schicken, setzt dabei aber auf eine Rakete des Typs Falcon 9 von SpaceX. Erst vor wenigen Tagen hat Südkorea außerdem die sogenannten Artemis Accords unterzeichnet, mit denen die NASA das Programm zur bemannten Rückkehr auf den Mond begleitet und friedliche Erkundung sowie ökonomische Erschließung des Weltraums regeln will.

(mho)