Nutzerzahlen bei Facebook-Konzern Meta gewachsen: "So viele Leute wie noch nie"

Meta profitiert von mehr Facebook-, WhatsApp- und Instagram-Nutzern. Die Umsätze steigen wenig, Gewinne sinken. Metas Aktienkurs schnellt trotzdem nach oben.

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Meta und seine Angebote

(Bild: mundissima/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer
  • mit Material der dpa

Die Nutzerzahlen beim Facebook-Konzern Meta sind zu Jahresbeginn schneller gewachsen, nach einem Durchhänger Ende 2021. So griffen im März 1,96 Milliarden Nutzer täglich auf Facebook zu. Diese Kennziffer der Daily Active User (DAU) war im Dezember um eine Million auf 1,93 Milliarden gesunken. Trotz des geringen Rückgangs wurde das damals als Alarmsignal interpretiert worden. Meta räumte damals verstärkte Konkurrenz von der Video-App Tiktok als einen zentralen Grund ein.

Mindestens eine App des Konzerns – darunter auch WhatsApp und Instagram – verwendeten zuletzt 2,87 Milliarden Nutzer täglich. In den vorherigen drei Monaten waren es 2,82 Milliarden. Konzern-Chef Mark Zuckerberg zeigte sich erfreut: "So viele Leute wie noch nie haben unsere Dienste genutzt. Ich bin stolz darauf, wie unsere Produkte den Menschen rund um die Welt dienen."

So rund wie früher läuft es für Meta auch jetzt noch nicht. Die Erlöse sind im ersten Quartal im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 27,9 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 26,4 Milliarden Euro) gewachsen. Das liegt zwar im Rahmen der eigenen Prognose von Anfang des Jahres, als Metas Marge fiel und die Aktie krachte. Aber es ist ein niedriger Anstieg für den Konzern – das erste einstellige Quartalswachstum in den letzten zehn Jahren. So verfehlt Meta die Erwartungen der Analysten.

Der Betriebsgewinn Metas ist um 25 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar gesunken, der Nettogewinn um 21 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar. Das geht aus Metas Angaben von Mittwochabend hervor. Damit wiederum übertrifft der Konzern die Prognosen der Experten, die mit weniger Gewinn pro Aktie gerechnet hatten. Die Folge: Die Meta-Aktie hat im nachbörslichen Handel um mehr als 18 Prozent zugelegt. Allerdings hat der Kurs seit Jahresanfang fast 50 Prozent nachgegeben.

Das Metaverse spielt in Metas Umsätzen bislang nur eine Nebenrolle. Die App-Familie mit Facebook, WhatsApp und Instagram macht 97,5 Prozent der Erlöse aus. Die Reality Labs, die im Konzern für die Entwicklung des Metaverse verantwortlich sind, tragen Einnahmen von nur 695 Millionen Dollar bei. Gleichzeitig schreibt dieser Unternehmensbereich drei Milliarden Dollar Verlust – 62 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Meta erwirtschaftet seine Einnahmen fast ausschließlich durch Werbung. Diese Umsätze sind im Jahresabstand um sechs Prozent auf 27 Milliarden Dollar gestiegen. Gegenüber den vorherigen drei Monaten, dem üblicherweise ertragreicheren vierten Quartal, sind die Werbeeinnahmen allerdings um 17 Prozent zurückgegangen. Die durchschnittlichen Einnahmen pro Nutzer sind auf 7,72 Dollar gesunken – der niedrigste Wert seit Herbst 2020.

Meta stellt für das laufende Vierteljahr Umsatz zwischen 28 und 30 Milliarden Dollar in Aussicht. Damit würden die Erlöse ungefähr das Niveau des Vorjahres erreichen, als 29 Milliarden Dollar verbucht wurden. Der Konzern kündigt zudem an, die Kosten in diesem Jahr zu senken. Bisher wurden die Ausgaben auf 90 bis 95 Milliarden Dollar angesetzt. Jetzt rechnet Meta mit einer Spanne von 87 bis 92 Milliarden Dollar.

(fds)