Nvidia: Grafikkartenverfügbarkeit soll sich 2022 verbessern

Ab dem zweiten Halbjahr 2022 könnte Entspannung im Halbleitermarkt einkehren: Nvidia etwa will da mehr GPUs ausliefern, womöglich mit 5-Nanometer-Technik.

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(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

Nvidias Finanzchefin Colette Kress glaubt weiterhin an eine Besserung der Grafikkartenverfügbarkeit ab dem zweiten Halbjahr 2022. Auf einer Analystenkonferenz sagte sie: "Wir arbeiten mit unseren Partnern in der Lieferkette daran, die Lieferbarkeit zu verbessern. Mit Blick auf die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2022 haben wir ein besseres Gefühl hinsichtlich unserer Versorgungslage."

Auch Marktforschungsteams, etwa von Gartner oder TrendForce, glauben an eine Besserung der Chipkrise ab dem Sommer 2022. Der Zeitrahmen würde nicht überraschen: Der Chipmangel nahm ab dem zweiten Halbjahr 2020 seinen Lauf, weil die Nachfrage unter anderem nach Notebooks durch die Corona-Pandemie in die Höhe schoss. Zwei Jahre sind eine realistische Zeitspanne, um Fertigungskapazitäten im größeren Stil zu erweitern.

TSMC als weltweit größter Chipauftragsfertiger zieht die Investitionen dieses Jahr noch einmal deutlich an: von 18,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 30 Milliarden im Jahr 2021 auf jetzt 40 Milliarden bis 44 Milliarden 2022. Auch andere Auftragsfertiger wie Globalfoundries und UMC bauen ihre Werke aus.

Im Falle komplexer Halbleiterbauelemente dürften weitere Firmen auf die neue Fertigungsgeneration mit Strukturbreiten von 5 Nanometern wechseln – so lassen sich mehr CPUs und GPUs auf einem Silizium-Wafer unterbringen. Dem bisherigen 2-Jahreszyklus zufolge könnte Nvidia selbst dieses Jahr die GeForce-Baureihe RTX 4000 vorstellen, die Gerüchten zufolge den Codenamen Ada Lovelace trägt und bei TSMC mit 5-nm-Technik vom Band laufen soll.

Sollte Nvidia neue Grafikchips bei TSMC und bisherige GPUs weiter bei Samsung mit dessen 8-nm-Technik fertigen lassen, wären höhere Stückzahlen realistisch. Um die abgehobenen Preise im Einzelhandel spürbar zu senken, müsste die Verfügbarkeit allerdings signifikant steigen: Schon im dritten Quartal 2021 verkauften AMD und Nvidia fast 26 Prozent mehr GPUs als im dritten Quartal 2020 – Hersteller lieferten nach Schätzung von Jon Peddie Research 12,7 Millionen Grafikkarten und Notebook-Grafikchips aus. Eine Entspannung im Einzelhandel blieb trotzdem aus.

Auf der jüngsten Analystenkonferenz (Transkript bei Seekingalpha) stritt Nvidias Finanzchefin Kress den Einfluss von Krypto-Mining-Farmen auf die Verfügbarkeit von Grafikkarten nicht mehr so vehement ab wie früher. Der Einfluss von Kryptowährungen, die sich mit GPUs schürfen lassen (etwa Ethereum und Ravencoin), sei demnach "sehr schwierig zu quantifizieren".

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Die taiwanische Nachrichtenagentur Digitimes wirft zudem die Frage auf, ob es 2022 genügend Fertigungskapazität an den richtigen Stellen geben wird. Power-Management-Schaltungen (PMICs), die in älteren Fertigungsverfahren jenseits der 40 nm hergestellt werden, sollen weiterhin knapp bleiben. Solche PMICs benötigen auch alle Grafikkarten und Mainboards.

(mma)